Projekte: Neustart Innenstadt

Der Umbau der Innenstadt erfolgt über Fördermittel bis zum Jahr 2025. Die Fördermittel kommen von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land NRW. Dazu wurde ein Konzept, ein sogenannten Integriertes Handlungskonzept, kurz IHK, in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern und lokalen Akteuren entwickelt.

Das Konzept stellt die Schwerpunkte „Bildung, Wohnen und Dienstleistung“ heraus. Die Planer sind sich sicher, dass sich dieser Innenstadtbereich nicht ausschließlich zur „Shopping“-Oase entwickeln lässt. Mit der VHS, der Familienbildungsstätte, dem Glashaus, den Schulen, der Musikschule und der zurzeit geplanten Einrichtung der Waldritter e.V. sind bereits heute vielfältige Bildungseinrichtungen in der Innenstadt zu finden. Diese sollen gemeinsam „stark gemacht“ werden und wichtige Anziehungspunkte für die Innenstadtbewohner und -besucher werden. Weitere Bildungsthemen und Begegnungsmöglichkeiten werden ergänzt.

Doch der „Neustart Innenstadt“ bedeutet noch mehr: Auch die Erneuerung von Gebäuden, Plätzen und Spielplätzen gehört dazu.

Die ersten Mittel für die Projekte Stadtteilmanagement (Projekt 3.1), Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit (Projekt 3.21), Verfügungsfonds (Projekt 3.3) sind bereits bewilligt worden. Die weiteren Projekte des IHK werden kontinuierlich zur Förderung bei verschiedenen Fördergebern angemeldet. Die Konkretisierung der Projekte - d.h. beispielsweise die Planung für die Baumaßnahmen - wird sowohl durch intensive Bürgerbeteiligungen und auch politische Beratungen im Rat der Stadt Herten begleitet. Die Einrichtung eines Bürgergremiums, dem sogenannten Lenkungskreis, ist für das Frühjahr 2017 geplant.

Welche Maßnahmen insgesamt geplant sind und wann sie voraussichtlich starten:

Ab 2017

Los geht’s: Die Innenstadt-Kümmerer kommen an 

Projekte 3.1-3.3 

  • Servicepunkt für Bürgerinnen, Bürger, Immobilieneigentümer und -eigentümerinnen
  • Beratung / Sprechstunden / Kontakte / Bildungspunkt

Mitten in der südlichen City wird es ein Büro, das sogenannte Stadtteilmanagement, geben. Ein Team vor Ort steht für Fragen und Ideen von Bürgern bereit. Wer eine gute Idee für die Innenstadt hat – sei es ein Projekt, eine Veranstaltung, eine Verschönerungsmaßnahme – und dem dafür das nötige Kleingeld fehlt, kann sich für den Verfügungsfonds bewerben. In diesem „Geldtopf“ liegen 20.000 Euro pro Jahr. Das Stadtteilmanagement wird Kontakt zu den Akteuren im Stadtteil aufnehmen, den Lenkungskreis initiieren und erste kleinere Projekte anstoßen. Daneben ist es für werbewirksame Aktionen in der Innenstadt verantwortlich, soll Menschen und Projekte miteinander vernetzen. Das Stadtteilbüro übernimmt auch die Funktion eines „Bildungspunktes“. Ähnlich wie in einer Touristeninformation sollen hier alle Angebote der Bildungseinrichtungen in der Innenstadt auf einen Blick sichtbar werden, so dass jeder schnell das richtige Angebot für sich entdecken kann.

Ab 2017-2018

Das Glashaus wird saniert

Projekt 3.4 

Das Glashaus lockt als „Magnet der Innenstadt“ täglich über 800 Besucherinnen und Besuchern in Hermannstraße und Co.. Das Glashaus soll fit für die Zukunft gemacht werden.

In 2017 wird es darum gehen – gemeinsam mit verschiedenen Akteuren – ein spannendes Nutzungskonzept zu erarbeiten, welches die bisherigen Nutzungen Bibliothek und Kulturtreff ergänzt. Diesem Konzept folgend muss auch das Gebäude energetisch saniert und baulich aufgewertet werden. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich ab 2018 erfolgen.

Auch der Innenhof des Glashauses ist ein wichtiger Ort für diese Weiterentwicklung.

Ab 2017-2021

Unterstützung für Erwerbslose im Projekt „Fortuna“

Projekt 3.5 

  • Angebot für langzeitarbeitslose Elternpaare und Alleinerziehende
  • „vor-Ort-Arbeit“
  • Beratung und informelle Unterstützung

Mit dem Programm „ForTUNa“, das Caritas und AWO gemeinsam umsetzen, ist eine langfristige Senkung der hohen Arbeitslosenquote im Stadtteil geplant. Durch aufsuchende Sozialarbeit oder Unterstützung im Alltag sollen besonders Langzeitarbeitslose wieder eine Perspektive erhalten.

Ab 2018-2025

Rund um Immobilien: Modernisierung, Beratung, Fördermittel für Hauseigentümer

Projekte 3.16-3.20

  • Kostenfreie gesamtimmobilienwirtschaftliche Beratung für Eigentümer
  • Fördermittel für Sanierungsmaßnahmen an Fassade und Hof oder Ladenlokal
  • Entwicklungskonzept für den Einzelhandel in Kooperation mit dem Nutzungsmanagement
  • Veranstaltungsmanagement
  • Gründung einer „Verantwortungsgemeinschaft“ der Innenstadt-Akteure“
  • Verfügungsfonds
  • Maßnahmen gegen Leerstände

Mehr als eine halbe Million Euro können Immobilienbesitzer in der Innenstadt für die Erneuerung ihrer Hausfassaden und Höfe nutzen. Durch Einsatz der Fördergelder sollen alte Häuser ab 2017 in neuem Glanz erstrahlen und potentielle Mieter anlocken.

Unterstützt werden die Eigentümer hierbei durch das sogenannte Nutzungsmanagement. Eine Person wird hierfür im Stadtteil als Ansprechpartner unterwegs sein und gerne u.a. bei Fragen von Architektur, Finanzierung, energetischer Sanierung oder der Nutzung von Ladenlokalen beraten.

Ab 2018-2023

Großstadtdschungel: Kinder erkunden die Natur

Projekt 3.6 

  • Gärtnern im VHS-Garten / urban gardening / Spielplätze umgestalten
  • Kostenfreie Angebote im und über den Falkentreff auf der Hermannstraße

Für die Arbeit der Kinder- und Jugendeinrichtung „Falkentreff“ kann mit Fördermitteln eine Fachkraft eingestellt werden, die mit Kindern vor Ort z.B. „Urban Gardening“-Projekte realisiert oder weitere Naturschutzprojekte im Stadtraum gestaltet.

Damit in die Projekte auch die Ideen der Kinder und Jugendlichen einfließen, werden die Ergebnisse der Schulhofbefragungen genutzt.

Gleichzeitig wird in der Innenstadt ein multimediales Pilotprojekt umgesetzt. Eine innovative App, die am Beispiel Herten ausprobiert und weiterentwickelt wird, schickt die Kinder als kleine Stadtforscher auf spannende Entdeckungsreise durch die Innenstadt. Entdecktes, erlebtes, verbesserungswürdiges, aber auch geliebtes wird festgehalten und später durch Projekte im Falkentreff weiter verarbeitet. 

Ab 2018

Mehr Platz für Sport: Bau einer Dreifeld-Sporthalle neben dem Gymnasium

Projekt 3.7 

  • Mehr Platz für Vereine und Angebote
  • Öffnung für den Stadtteil Innenstadt: Neben Vereinen können auch Bürger die neue Sporthalle nutzen.
  • Angebote für Kinder und Jugendliche ohne „Vereinszwang“

Ein Großprojekt ist mit dem Bau der energetisch sparsamen und barrierefreien Dreifeldsporthalle geplant. Auf dem Gelände des Städtischen Gymnasiums entsteht ein Ersatz für die marode Zweifeldsporthalle und die Halle der ehemaligen Grundschule am Wilhelmsplatz. Die neue größere Halle soll auch gleichzeitig als Raum für Vereinssport, Projektarbeit mit Flüchtlingen oder zur privaten Sportnutzung durch Jugendliche dienen. Die Umsetzung ist voraussichtlich für 2018 geplant.

Ab 2017-2024

Weitere Bauprojekte

Projekte 3.9-3.13, 3.15

Ein wichtiger Schwerpunkt des IHK Innenstadt ist auch die Umgestaltung des öffentlichen Raums, d.h. von Gassen, Plätzen und Spielplätzen. Diese bieten den Rahmen für eine attraktive Innenstadt, die zum Verweilen einlädt, aber auch zukunftsfähig ist für neue Ideen und Nutzungen.

Folgende Bereiche erhalten ein neues Gesicht und werden umgestaltet:

  • Antoniusgasse und der Spielplatz 
  • Innenstadt-Gassen  
  • Südliche Ewaldstraße und Place d’Arras
  • Innerstädtische Plätze (Marktplatz, Antoniuskirchplatz, Bramhügel, Glashaus-Innenhof) 
  • Neuer Kreisverkehr Kurt-Schumacher-Str./Theodor-Heuss-Str./Ewaldstraße
  • Radweg zwischen ZOB und Wilhelmstraße auf der Theodor-Heuss-Straße 

Mit einer Million Euro sollen die Ewaldstraße zwischen Volksbank und Bramhügel sowie der Place d’Arras umgestaltet werden. Schluss mit dunklen Ecken und leeren Ladenlokalen: Unter Einbeziehung der Wünsche von Anliegern und Gewerbetreibenden erhofft man sich durch Umgestaltungen eine höhere Aufenthaltsqualität. Die untere Ewaldstraße könnte sich in diesem Bereich zukünftig zur Einbahnstraße entwickeln und so potentielle Dienstleister und Geschäfte anlocken.

Grundsätzlich ist für mehrere Plätze und Gassen zum Beispiel den Antoniuskirchplatz, den Bramhügel oder den Glashaus-Innenhof geplant, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Mehr Pflanzen, Bänke und mehr Licht sollen für eine ansprechendere Optik sorgen. Gleichzeitig sollen die Plätze zu Bildung und Begegnung einladen.

Am Übergang zwischen Herten-Süd und der Innenstadt - also am Bramhügel - soll aus der Kreuzung Theodor-Heuss-Straße, Ewaldstraße und Kurt-Schumacher-Straße ein Kreisverkehr entstehen.

Für alle Bauprojekte wird es detaillierte Planungs- und Beteiligungsverfahren geben, so dass möglichst viele Ihre Anregungen und Ideen einbringen können. Den Startschuss für die baulichen Maßnahmen hat die Spielplatzbeteiligung in der Antoniusgasse im September 2016 gegeben.

Ab 2019

Zentrum für soziale Integration

Projekt 3.8 

  • Beratung und Betreuung von geflüchteten Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen sowie Langzeitarbeitslosen
  • Sprachförderung /Alltagsbegleitung / Ehrenamtsnetzwerk
  • In Kooperation mit den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und weiteren caritativen sowie Bildungseinrichtungen

Am Wilhelmsplatz soll ein Zentrum entstehen, welches eine wichtige soziale Anlaufstelle für alle Menschen im Quartier wird. Menschen mit Migrationshintergrund, Langzeitarbeitslose und Familien sollen hier einen Raum und Ansprechpersonen für Ehrenamt, Alltagsbegleitung, Sprachförderung und Begegnungen finden.

Dieses Projekt soll im Rahmen des Förderprogramms „Kommune innovativ“ weiter konkretisiert werden. Hieran arbeiten die Technische Universität Dortmund (TUD), Fakultät Raumplanung – Fachgebiet: Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, die wissenschaftlichen Partner International School of Management (ISM) GmbH, Dortmund und Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) sowie die Verantwortlichen der Stadt Herten.

Ab 2019

Bahnhof in Herten-Mitte

Projekt 3.14 

  • Bau von Wegen und Gestaltung der neuen Umgebung des S-Bahn-Anschlusses

Herten bekommt wieder Anschluss an den Schienenverkehr: Ein S-Bahn-Anschluss an der Feldstraße macht‘s möglich. Schon bald können Reisende mit der S9 Richtung Gladbeck und Recklinghausen fahren. Die Maßnahme wird realisiert von der Deutschen Bahn, dem VRR und dem Landesbetrieb STRASSEN.NRW.

Damit auch das Umfeld des S-Bahn-Anschlusses einladend gestaltet ist und die Anbindung an die Innenstadt gut funktioniert, werden diese Maßnahmen im „Neustart Innenstadt“ mitgeplant und errichtet.


Weitere Fördermittel

Ab sofort-2025

Beteiligung, Öffentlichkeitsarbeit und Evaluation

Projekte 3.21.-3.22 

Der Prozess wird begleitet durch eine kontinuierliche Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur informiert werden soll, sondern alle eingeladen sind, sich aktiv zu beteiligen und den Weg gemeinsam zu gehen.

Ihre Ansprechperson

Svenja Hövelmann
Telefon: 0 23 66 / 303 341
Gebäude: Rathaus
Raum: 351 | 3. OG

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