Geschichte der Stadtbibliothek

Glashaus in der Hertener Innenstadt

Am 18. Oktober 1950 öffnete die Hertener Bibliothek zum ersten Mal ihre Tore. In einem kleinen Barackenraum hinter dem heutigen Rathaus standen den ersten Bibliotheksnutzern knapp 3000 Bücher zur Auswahl. Die Bücherregale waren damals noch nicht frei zugänglich. Durch Spenden konnte der Bestand zwei Jahre später erweitert werden und es erfolgte die Umwandlung in eine Freihandbücherei.

Schon während der Kriegsjahre strebten die Ratsvertreter der Stadt die Gründung einer Stadtbücherei an. „Bereits in den Jahren 1941/42 hat die Stadt für diesen Zweck eine Summe von 40.000,- Reichsmark auf (ein) Sparbuch angelegt, die vom Jahr 1948 ab verfügbar ist. Es ist während des Krieges nicht zu der Einrichtung der Bücherei gekommen, weil auf höhere Anordnung wegen des Papiermangels die Einrichtung von Büchereien bis nach Beendigung des Krieges hinausgeschoben werden sollte. Da ein starkes Bedürfnis nach einer städtischen Bücherei besteht, bittet die Verwaltung, dem Antrage stattzugeben…“. So der Wortlaut des Protokolls der Ratssitzung vom 20.11.1947, in der dieser Antrag der Verwaltung vom Rat der Stadt begrüßt und die Gründung der Stadtbücherei einstimmig beschlossen wurde.

Als 1957 das neue Rathaus eröffnet wurde, erhielt die Stadtbücherei 775  Quadratmeter im Anbau und in der Brücke. Es entstand eine mustergültige Bibliothek, mit einer hochmodernen Phonothek, einer vorbildlichen Kinder- und Jugendbibliothek sowie einem Angebot von über 20.000 Medien. Fachbesucher, die diese wegweisende  Einrichtung sehen wollten, reisten sogar aus den Niederlanden an.

Brücke am Rathaus

1967 übergab die Zeche Schlägel und Eisen ihre Werksbücherei an die Stadt und legte damit den Grundstein für die erste Zweigstelle der Stadtbücherei in Langenbochum. 1975 wurde die Stadtbücherei Westerholt als Zweigstelle der Stadtbücherei Herten übernommen und erhielt 1976 neue Räume im ehemaligen Rathaus Westerholt. Im Stadtteil Disteln wurde 1978 die kombinierte Stadtteil- und Schulbibliothek in der Gesamtschule eröffnet. Es folgten die Verlegung der Stadtteilbücherei Langenbochum an die Kranzplatte Langenbochum (1980), die Verlegung der Kinder- und Jugendbücherei in das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse (1982) und die Eröffnung einer neuen Zweigstelle im Bürgerhaus Herten-Süd (1986).

Mit der Verschlechterung der kommunalen Finanzen und nach Zusage der Landesförderung fiel die Entscheidung für das Glashaus und für eine leistungsfähige, attraktive Zentralbibliothek in der Hertener Innenstadt.  Damit wurde der Verzicht auf die Zweigstellen in den Stadtteilen beschlossen. Von 1990 bis 1995 wurden die Bestände der Zweigstellen umverteilt auf einige Schulen und auf die Zentralbibliothek, die Zweigstellen wurden nacheinander geschlossen.

Glashaus in der Hertener Innenstadt

Nach der Eröffnung der Stadtbibliothek im Glashaus 1994 entwickelte sich ein neuer Boom: Die Entleihungen stiegen rasant an. Waren es seit den frühen 80er Jahren insgesamt gut 200.000 Entleihungen pro Jahr, die in allen Bibliotheksstellen gemeinsam erbracht wurden, so stieg die Nutzung der Stadtbibliothek seit dem Umzug ins Glashaus von Jahr zu Jahr weiter an. Die begeisterten Leserinnen und Leser knackten eine Hunderttausender-Grenze nach der anderen: Waren es in den acht Monaten des Eröffnungsjahres 1994 noch 207.000 Medien, so wurden 1998 bereits 520.689 Medien entliehen, 2003 waren es 678.484 und 2004  schon 717.896  Ausleihen und 2008 dann 839.415.

Die Anzahl der angebotenen Medien veränderte sich in diesem Zeitraum nur unwesentlich: Bestand das Angebot bei Neueröffnung 1994 aus insgesamt 105.400 Medien, so sind es heute im Jahr 2014 mehr als 115.000 Medien. Die Printmedien machen entgegen aller Unkenrufe noch immer 75 Prozent des Gesamtangebots aus. Jedoch vermittelt auch Medienkompetenz und bietet ein breit gefächertes Angebot an neuen Medien an.

Das Team der Bibliothek im Glashaus sorgt auch heute noch für ein Angebot, das Lust aufs Lesen macht. Etwa 12.000 Bücher und Medien werden jedes Jahr erneuert. Und auch der eigene Förderverein hilft tatkräftig mit. Der Förderverein wurde 2005 gegründet und hat über 100 Mitglieder. Der Verein organisiert Literaturveranstaltungen, Altbuchverkäufe und unterstützt die Bibliothek in vielen Projekten finanziell.

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Telefon: 0 23 66 / 303 650
Gebäude: Glashaus
2. OG

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