Gedenken an die Opfer der Pogromnacht und antisemitischer Gewalt

Presse 23.10.2023

Veranstaltung an der Antoniuskirche

Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört. Es gab zahlreiche Verhaftungen, Menschen wurden ermordet (Foto: Stadtarchiv/Pollmann).
Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört. Es gab zahlreiche Verhaftungen, Menschen wurden ermordet (Foto: Stadtarchiv/Pollmann).

Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört. Es gab zahlreiche Verhaftungen, Menschen wurden ermordet. Um an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen zu erinnern und ein Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus zu setzen, sind alle Interessierten am Donnerstag, 9. November, um 17 Uhr, zu einer kostenlosen Gedenkveranstaltung an der Antoniuskirche eingeladen.

Die Veranstaltung wird gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der Stadtverwaltung gestaltet.

Programm

     

  • Musikalische Einstimmung mit der Klezmer-Gruppe der Musikschule Bochum
  • Begrüßung
  • Verlesen der Chronik der Ausgrenzung
  • Verlesen der Namen der Opfer aus Herten
  • Musik
  • Im Anschluss kann die Ausstellung „Du Jude!“ in der Kirche besichtigt werden (diese kommt für einen Abend vom Glashaus in die Antoniuskirche).
  • Einführung in die Ausstellung von Peter Kitzol-Kohn, Christlich-Jüdische Gesellschaft Kreis Recklinghausen e. V.
  • Ausklang und Gespräch
  •  

Ausstellung „Du Jude!“

Die Ausstellung „Du Jude!“ richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene. Sie informiert nicht nur grundsätzlich über Antisemitismus, sondern stellt einen Bezug zur Alltagswelt von Jugendlichen her. Anhand von zahlreichen Beispielen u. a. aus den Bereichen Musik, Sport, Internet und Schule werden die Alltagserfahrungen von Jüdinnen und Juden sowie die Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland sichtbar gemacht.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 9. November, um 11 Uhr im Glashaus, spricht Gerda Koch von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Kreis Recklinghausen e. V..

Die Ausstellung läuft bis zum 23. November und ist zu den Öffnungszeiten des Glashauses frei zugänglich. Für Schulklassen gibt es kostenlose Führungen. Anmeldungen nimmt Sabine Weißenberg unter der Telefonnummer 02366 303-541 oder per E-Mail an s.weissenberg@remove-this.herten.de entgegen.

Hintergrund

Die Reichspogromnacht war der Beginn des größten und schlimmsten Völkermordes in der Geschichte der Menschheit, der grausamen Vernichtung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden in ganz Europa. Der Terror fing bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten an. Mit dem reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte entlud sich am 1. April 1933 der gesammelte Hass auf alles Jüdische. Mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 leitete das Regime die radikale Säuberung des öffentlichen Dienstes ein. Politisch Unerwünschte, wie Kommunisten und Sozialdemokraten, sowie Menschen jüdischer Abstammung wurden aus dem Staatsdienst entfernt. Spätestens seit 1935 sorgten die „Nürnberger Gesetze“ dann für die systematische Ausgrenzung aller vom Regime zu „Nichtariern“ erklärten Menschen.

Auch heute ist Antisemitismus in unserer Gesellschaft präsent. Regelmäßig kommt es zu Beleidigungen und Übergriffen gegen Jüdinnen und Juden.

Pressekontakt

Stadt Herten, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Calina Herzog, Telefon: 02366 303-357, c.herzog@herten.de