Diese Meldung ist vom 05.04.2017.
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Abriss oder Denkmalschutz? Studierende fotografieren Gebäude der Nachkriegszeit

Presse 05.04.2017

Rathaus Herten ist Teil der „Ruhrmoderne“ – Ausstellung mit Fotografien geplant

Vier Mal hat Jo Glinka in den letzten Monaten Stativ und Kamera im Hertener Rathaus aufgebaut. Mit Liebe zum Detail hielt er die architektonischen Besonderheiten und die klare Formsprache des Bauwerks fest. Der 21-Jährige studiert an der FH Dortmund Fotografie. Für die Ruhrmoderne, eine Initiative, die öffentliche Gebäude der Nachkriegszeit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen möchte, fotografierten die Studierenden Gebäude wie die Grugahalle in Essen oder das Musiktheater Gelsenkirchen.

Gestern stellten zehn Studierende ihre Arbeiten im Rahmen der Semesterprüfung im Rathaus Herten vor. Stadtbaurat Volker Lindner begrüßte die Gäste und sprach sich für das Projekt Ruhrmoderne aus: „Wir haben uns vor einigen Jahren für den Erhalt unseres Rathauses eingesetzt.“ Das wünsche er sich jetzt auch für zahlreiche Gebäude der Moderne der Nachkriegszeit, die einen unersetzlichen architektonischen Wert hätten. 

Für die Studentinnen und Studenten war das Fotografieren dieser besonderen Bauwerke teilweise eine Herausforderung. Prodekan des Fachbereichs Design, Jörg Winde, Professor für Fotografie, hatte Außen-, Innen- und Detailaufnahmen zur Vorgabe gemacht. Nicht alle Gebäude waren dabei immer frei zugänglich – es fanden Veranstaltungen statt oder die Lichtverhältnisse spielten im Herbst und Winter nicht mit. „Auch wenn die Bedingungen anspruchsvoll waren, sind viele beindruckende Aufnahmen entstanden. Ich freue mich, dass die Studentinnen und Studenten sich so intensiv mit den Gebäuden und ihrer Geschichte auseinandergesetzt haben“, resümierte Jörg Winde. 

Dr. Christine Kämmerer, Projektkoordinatorin bei StadtBauKultur NRW, betonte, dass die Hälfte der Bestandsgebäude in Deutschland aus den Jahren 1949 bis 1979 stammt und prägend für viele Städte in NRW sei. „Leider sind diese Bauwerke meist sanierungsbedürftig, unbeliebt oder bereits verloren gegangen.“ Die Initiative Ruhrmoderne, die von StadtBauKultur NRW unterstützt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, auf die geschichtliche Bedeutung und die zukünftigen Potenziale dieser Architektur aufmerksam zu machen und für einen verantwortungsvollen Umgang zu werben.

Jo Glinka reichte rund 25 Aufnahmen des Rathauses Herten zur Prüfung ein. Darunter Fotografien des Treppenhauses, des Ratssaals oder der Brücke: „Ich mag das Gebäude mit seinen graden Linien – klassisch, schlicht und funktional.“ Die besten Fotografien aller Gebäude sollen 2018 – erst in Gelsenkirchen und danach vielleicht in Herten – in einer Ausstellung zu sehen sein.

Informationen über die Initiative Ruhrmoderne finden Interessierte auf: www.stadtbaukultur-nrw.de/projekte/ruhrmoderne/, über den Studiengang kann man sich unter: www.fh-dortmund.de/ba_foto informieren. 

Pressekontakt

Anne-Kathrin Lappe, Telefon: 0 23 66 / 303 180, a.lappe@herten.de