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Aktuelles aus der Ratssitzung vom 30. September 2026

In seiner Sitzung am Mittwoch, 30. September 2026, hat der Rat der Stadt Herten wichtige Weichen für die weitere Entwicklung der Stadt gestellt. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Abberufung der Beigeordneten Janine Feldmann, die Begründung einer neuen Städtepartnerschaft, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „Hertens Grüne Mitte“ sowie die Einrichtung einer Wache des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in der Innenstadt.

Abberufung der Beigeordneten Janine Feldmann

Die Vertreterinnen und Vertreter des Rats haben der am 6. August 2026 beantragten Abberufung der Beigeordneten Janine Feldmann einstimmig zugestimmt. Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung durch einen Antrag vom 30. September 2026 von SPD, CDU, Bündnis/90 Die Grünen und FDFP beauftragt, im Hinblick auf das Ausscheiden der Stadtbaurätin (mit sofortiger Wirkung) und des Stadtkämmerers (zum 1. Januar 2027) zwei Stellenausschreibungen zur Wiederbesetzung der beiden Beigeordnetenstellen auf den Weg zu bringen.

Begründung neuer Städtepartnerschaften

Des Weiteren wurde die Verwaltung durch die Mehrheit der Ratsmitglieder dazu beauftragt, die Gespräche über eine mögliche Städtepartnerschaft mit der Stadt Kozlu in der Türkei zu vertiefen und zugleich nach einer geeigneten griechischen Kommune für eine Städtepartnerschaft zu suchen. Ziel der möglichen Partnerschaften sind Begegnungen und ein gemeinsamer Austausch insbesondere in den Bereichen Jugend, Bildung, Kultur, Sport und kommunale Zusammenarbeit. Dafür sollen drei bis fünf mögliche griechische Städte mithilfe verschiedener Kriterien identifiziert und hinsichtlich ihrer Eignung geprüft werden. Die Ergebnisse dieser Prüfung sind zu dokumentieren und anschließend dem Ausschuss für Chancengleichheit und Integration sowie dem Rat der Stadt Herten vorzulegen.

Das Vorhaben knüpfen an langjährige internationale Partnerschaften Hertens und gewachsene gesellschaftliche Verbindungen an. Mit Kozlu bestehen insbesondere durch die zahlreichen Hertenerinnen und Hertener mit familiären Wurzeln in der Region Zonguldak bereits enge persönliche und kulturelle Beziehungen. Auch die griechische Gemeinschaft hat das gesellschaftliche Leben Hertens seit den 1960er-Jahren nachhaltig geprägt und bietet Anknüpfungspunkte für einen Austausch.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept „Hertens Grüne Mitte“

Der Rat hat das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) „Hertens Grüne Mitte“ einstimmig beschlossen. Damit wird die Stadtverwaltung mit der weiteren Planung und Umsetzung beauftragt, um den Antoniusplatz, Marktplatz und Otto-Wels-Platz als lebendige, vielfältige und klimaangepasste Orte weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Leitmotive Öffentlicher Raum und Klimaanpassung, Mobilität und Erreichbarkeit, Immobilienentwicklung, Innenstadtmanagement, Aktivierung und Teilhabe. Ein konkreter Bestandteil ist die bauliche Umgestaltung des Antoniusplatzes. Der Beschluss schafft zudem die Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, die für die Umsetzung notwendig sind.

Hundeauslauffläche im Backumer Tal

Nachdem die politische Vertretung den Tagesordnungspunkt in der vergangenen Ratssitzung im Juni vertagte, wurde die Vorlage in der heutigen Sitzung einstimmig beschlossen und somit entschieden, den bisherigen Beschluss zur Errichtung einer Hundeauslauffläche auf dem Gelände der ehemaligen Rollschuhbahn am Paschenberg aufzuheben. Damit ist der Weg für eine neue Hundeauslauffläche im Backumer Tal frei. Sie soll auf einer rund 3.000 Quadratmeter großen, derzeit wenig genutzten Bolzplatzfläche entstehen.

Bericht zur Neuausrichtung des Glashauses Herten

Während der Sitzung nahm der Rat der Stadt Herten den Bericht zur Neuausrichtung des Glashauses Herten zur Kenntnis. Seit Ende Juli haben weitere Gespräche zur künftigen Entwicklung der innerstädtischen Kultur- und Bildungsangebote stattgefunden.

Mit der weiteren Konkretisierung des Nutzungskonzepts wurde die METRUM Managementberatung GmbH beauftragt. Gemeinsam mit den städtischen Nutzerinnen und Nutzern werden verschiedene Szenarien für das Zusammenspiel von Stadtbibliothek, Lernstudio, VHS, Kulturbüro, CreativWerkstatt und weiteren Funktionen entwickelt und verglichen. Auch die Auswirkungen auf die Willy-Brandt-Schule, die Achtenbeckschule, die OGS sowie die Zukunft der Schweisfurth-Villa werden betrachtet.

Das künftige Angebot soll sich am Bedarf der Hertener Bevölkerung orientieren und zugleich investitions- und haushaltsverträglich umgesetzt werden. Das Nutzungskonzept soll in der Sitzungsfolge November/Dezember 2026 zur politischen Beschlussfassung vorgelegt werden.

KOD-Wache in der Innenstadt

Die Einrichtung einer Wache des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in der Innenstadt lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab. Die Verwaltung hatte mit der geplanten Antoniuswache einen konkreten Baustein für die Weiterentwicklung der Innenstadt vorgeschlagen, der unter anderem mehr Präsenz des Ordnungsamtes, Bürgerservice und einen sichtbaren Anlaufpunkt in zentraler Lage verbinden sollte. Der Rat hat die Vorlage insbesondere mit Blick auf die fehlende finanzielle Darstellung sowie die erwartete Wirkung auf Probleme wie Müll, Raserei und Falschparken abgelehnt. Nach der Entscheidung kommt es nun aus Sicht der Verwaltung darauf an, gemeinsam konkrete Alternativen zu entwickeln und festzulegen, wie mehr Präsenz, Sicherheit, Bürgerservice und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt künftig umgesetzt werden sollen.

Die nächste Ratssitzung zur Haushaltseinbringung für das Jahr 2027 findet am 11. November 2026 statt.