Wie vielfältig sich ein traditionsreicher Familienbetrieb entwickeln kann, zeigte der Unternehmensbesuch von Bürgermeister Fred Toplak Ende September bei Bertlich Garten- und Landschaftsbau & Bertlich Rollrasen an der Dorstener Straße. Gemeinsam mit Dr. Richard Bůžek von der Wirtschaftsförderung informierte sich der Bürgermeister über die Entwicklung des Betriebs, das breite Leistungsangebot und aktuelle Herausforderungen.
„Bertlich Garten- und Landschaftsbau und Bertlich Rollrasen zeigen eindrucksvoll, wie sich ein Familienunternehmen über Generationen weiterentwickeln kann. Die Verbindung von handwerklicher Erfahrung, moderner Technik und eigener Produktion ist eine Stärke, die auch für den Wirtschaftsstandort Herten wichtig ist“, so Bürgermeister Fred Toplak.
Die Wurzeln der Familie Bertlich reichen nach Angaben des Unternehmens bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war der Betrieb landwirtschaftlich geprägt. 1988 gründete Clemens Bertlich das Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Seit 2000 gehört auch die Rollrasenproduktion zum Betrieb. Zum 1. Januar 2025 übernahm sein Sohn Arndt Bertlich die Leitung und führt das Unternehmen seitdem in die nächste Generation.
Heute vereint der Betrieb mehrere Geschäftsfelder. Im Garten- und Landschaftsbau reicht das Angebot von der Planung, dem Neubau und der Umgestaltung von Grünanlagen über Erd-, Pflaster- und Natursteinarbeiten bis hin zu Teichbau, Spielplatzgestaltung, Zaunbau sowie Dach- und Wandbegrünung. Hinzu kommen die Pflege von Außenanlagen, Friedhöfen und Werksgeländen sowie Winterdienst und weitere Dienstleistungen.
Eine Besonderheit ist die eigene Rollrasenproduktion. Auf rund 50 Hektar Fläche werden zwei Sorten angebaut: ein robuster Spiel- und Sportrasen sowie ein besonders dichter Premiumrasen. Besonderen Wert legt das Unternehmen auf die Frische des Produkts. Vor allem in den kühleren Monaten wird der Rasen in den frühen Morgenstunden mit einer sogenannten Rollrasenschälmaschine geerntet und anschließend zeitnah ausgeliefert.
Seit Anfang 2026 kommt in den Monaten April bis September zusätzlich vakuumgekühlter Rollrasen zum Einsatz. Damit soll die Qualität auch bei höheren Temperaturen während Transport und Verarbeitung erhalten bleiben. Hierzu hat das Unternehmen eine Vakuumkühlanlage investiert, in die der geerntete Rollrasen auf Paletten eingeladen wird. „So wird unser Produkt langlebiger gemacht. Der Rasen wird heruntergekühlt und fängt nicht so schnell sich an zu erhitzen“, so Inhaber Arndt Bertlich.
Zum Leistungsangebot gehören außerdem umfangreiche Baumdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Baumpflege und -schnitt, Baumfällungen einschließlich notwendiger Genehmigungen, Kranfällungen und Baumklettertechnik, Neupflanzungen, Stubbenbeseitigung, Häckselarbeiten sowie die Beseitigung von Sturmschäden. Zudem sind mehrere Fällbagger im Einsatz.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Entwicklung des Unternehmens und die Fachkräftesicherung. Aktuell sucht der Betrieb unter anderem einen Maschinisten sowie Vorarbeiter beziehungsweise Gärtner. Auch Ausbildungsplätze sollen künftig wieder besetzt werden. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 13 Fachkräfte, zwei Meister und drei Büroangestellte.
Zu den aktuellen Herausforderungen zählen insbesondere die Folgen des Klimawandels und die aktuellen hohen Dieselpreise. Heiße und trockene Sommer erhöhen den Aufwand für Bewässerung und Pflege und erschweren die Planung der Rollrasenernte. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf einen nachhaltigen Umgang mit den Anbauflächen.
Der Rollrasen von Bertlich wird heute von Landschaftsbauunternehmen, Händlern, Vereinen und Privatpersonen im gesamten Ruhrgebiet nachgefragt. Mit dem Ausbau der Produktion von ursprünglich rund 5.000 Quadratmetern Einsaat auf inzwischen über 50 Hektar hat sich das Unternehmen zu einem regionalen bedeutenden Anbieter entwickelt.