Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze (4.v.l.) und Hertens Bürgermeister Fred Toplak (4.v.r.) nahmen im Beisein vom Christoph Heidenreich, Stadtbaurat der Stadt Gelsenkirchen, Simon Nowack, Vorstand der Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen, Regierungspräsident Andreas Bothe, Bernd Lohse, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Neue Zeche Westerholt, und Wolfgang Jung, Geschäftsführer des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen, den Förderbescheid von Staatssekretärin Silke Krebs (3.v.r.) entgegen.
NRW-Staatssekretärin überreicht Förderbescheid für eine der größten Flächenrevitalisierungen im Ruhrgebiet – Ab Sommer 2026 entstehen neue, hochattraktive Gewerbeflächen – Integrierte interkommunale und klimagerechte Entwicklung setzt Maßstäbe.
Die Revitalisierung des 39 Hektar großen Geländes der ehemaligen Zeche Westerholt auf der Stadtgrenze von Gelsenkirchen und Herten ist einen großen Schritt vorangekommen: Mit Mitteln aus dem 5-StandorteProgramm von Bund und Land Nordrhein-Westfalen können bereits ab dem Sommer 2026 die Arbeiten beginnen. Ziel ist es, einen Großteil der Brachflächen – rund 25 Hektar – für neue gewerbliche Nutzungen aufzubereiten.
Silke Krebs, Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, überreichte dazu heute einen Förderbescheid in Höhe von 56,2 Mio. Euro an die Entwicklungsgesellschaft Neue Zeche Westerholt (EG NZW): „Mit dem 5-StandorteProgramm unterstützen wir die wirtschaftliche Transformation im Ruhrgebiet. Das interkommunale Projekt Neue Zeche Westerholt leistet als bisher größtes Investitionsvorhaben einen starken Beitrag zum Programm“, so die Staatssekretärin.
„Das sind gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen, denn Gewerbeflächen sind in unserer Stadt bekanntlich sehr stark nachgefragt. Die Mittel aus dem 5-StandorteProgramm sind auf der Neuen Zeche Westerholt bestens angelegt. So entstehen optimale Voraussetzungen für zukunftssichere, hochwertige Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung“, sagte Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze. Sie nahm den Förderbescheid gemeinsam mit Bernd Lohse, Geschäftsführer der EG NZW, Hertens Bürgermeister Fred Toplak und weiteren Projektbeteiligten bei einer Sitzung des 5-StandorteProgramms im Wissenschaftspark Gelsenkirchen entgegen.
Mit der Förderung kann nun die auf fünf Jahre angelegte erste Bauphase starten. Zusätzlich zu den Fördermitteln investiert die EG NZW aus Vermarktungserlösen und Mitteln der Gesellschafter weitere 21 Mio. € in die klimagerechte Entwicklung und Anbindung von projektierten Wohn-, Dienstleistungs-. Freizeit- und Grünbereichen.
„Gemeinsam investieren wir in beiden Städten nach einem abgestimmten Masterplan in ein attraktives neues Quartier der kurzen Wege. Auch für Herten ist diese Entwicklung ausgesprochen positiv. Nicht zuletzt wird mit den Gewerbegebieten im Osten auch der Bau der neuen Erschließungsachse bis zur Innenstadt von Westerholt begonnen“, freute sich der Hertener Bürgermeister Toplak über die Bewilligung der Mittel.
Der Masterplan „Neue Zeche Westerholt“ zeigt in einer innovativen Rahmenplanung, wie sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten und hohe städtebauliche Qualitäten auf der 39 Hektar großen Gesamtfläche ergänzen können. „Unsere Investitionen in die Neue Zeche Westerholt werden sich bei Vollauslastung langfristig durch Wertschöpfungseffekte amortisieren. Bei Ansiedlung von Unternehmen aus dem Mittelstand und Handwerk prognostizieren Gutachten rund 1.500 neue Arbeitsplätze auf dem Areal “, erläutert Gelsenkirchens Vorstand für Wirtschaftsförderung Simon Nowack zur wirtschaftlichen Dimension des Vorhabens.
Zudem setzt das Projekt neue Maßstäbe in der klimagerechten Stadtentwicklung. „Hier entsteht ein nachhaltiges, klimaneutrales Zukunftsquartier. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden Abrissmaterialien am Standort wiederverwendet sowie Schmutz- und Regenwasser getrennt gesammelt. Naturnahe Grünflächen sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Wir realisieren die Idee einer 15-Minuten-Stadt, in der Arbeiten, Wohnen, Freizeit, Erholung und Kultur nah beieinander liegen“, sagt Christoph Heidenreich, Stadtbaurat der Stadt Gelsenkirchen.
Städtebaulich soll sich das neue Quartier nahtlos in die vorhandenen Strukturen einfügen. Dreizehn historische Gebäude, darunter die weithin sichtbaren Schachttürme als Landmarken, erhalten neue Nutzungen für Dienstleistungen, Gastronomie, Freizeit und Tourismus. „Für ein langfristig stabiles Quartier bringen wir auf neue Art zurück, was mit der Zechenschließung verloren ging: Wir öffnen das Areal fußläufig zur Innenstadt von Westerholt, knüpfen mit neuer Wohnbebauung an die historischen Zechensiedlungen an und geben das einzigartige industrielle Erbe des Standorts weiter“, sagt Bernd Lohse, Geschäftsführer der EG NZW.
Gesellschafter der EG NZW sind die Städte Gelsenkirchen und Herten. Die Gesellschaft entwickelt und vermarktet sämtliche Flächen auf dem Gelände und ist Ansprechpartnerin für interessierte Unternehmen aus Handwerk und Mittelstand, die sich frühzeitig über Ansiedlungsoptionen informieren möchten. Die Vermarktung der Grundstücke – mit Größen zwischen 1.000 und 10.000 Quadratmetern - ist für 2029 vorgesehen.
Bis dahin stehen umfangreiche Arbeiten an. In Kürze werden die Bodenaufbereitung, Geländemodellierung, Entwässerung und Erschließung europaweit ausgeschrieben. Bereits ab dem Sommer, so die Planung, sollen die ersten Bagger rollen. Ein Großteil der Maßnahmen konzentriert sich im ersten Bauabschnitt auf den Osten des ehemaligen Zechengeländes, die frühere Holzlagerfläche. Eine neue Hauptachse in Ost-West-Richtung erschließt das Areal von der Marler Straße bis zum neuen S-Bahn-Haltepunkt „Herten-Westerholt“. Damit wird auch die Lücke auf dem Radweg „Allee des Wandels“ zwischen Glückauf-Park Hassel und Hertener Stadtgebiet geschlossen.
„Dieses interkommunale Vorhaben ist ausgesprochen komplex. Dank der sorgfältigen Vorbereitung aller Beteiligten konnte der Förderantrag in enger Teamarbeit zwischen dem Projektbüro 5-StandorteProgramm und der Entwicklungsgesellschaft dennoch sehr erfolgreich zur Bewilligungsreife gebracht werden“, sagt Wolfgang Jung, Geschäftsführer des Wissenschaftsparks, an den das Projektbüro für das 5-StandorteProgramm organisatorisch angebunden ist.
Auch für weitere Anträge aus Gelsenkirchen, so verrät Jung, gäbe es gute Aussichten. Als nächstes sei die Ausstellung des Förderbescheids für die Bauphase des „H2 Solution Lab“ an der Westfälischen Hochschule zu erwarten. Mit dem Schwung und den Erkenntnissen aus der Flächenentwicklung in Westerholt solle zudem in Kürze auch die Förderung für die Flächenentwicklung auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Hugo in das Programm eingebracht werden.
Für Rückfragen der Medien:
Bernd Lohse, Geschäftsführer. Entwicklungsgesellschaft Neue Zeche Westerholt mbH, Telefon: +49 209 169 69 58, E-Mail: bernd.lohse@egnzw.de
Simon Nowack, Vorstand für Wirtschaftsförderung der Stadt Gelsenkirchen
Telefon: +49-209-169-2204, E-Mail: simon.nowack@gelsenkirchen.de
Wolfgang Jung, Geschäftsführer Wissenschaftspark Gelsenkirchen Projekte gGmbH, Telefon +49 173 25 30 406, E-Mail: jung@wipage-projekte.de