Abfall trennen...

... ist gar nicht so schwer, Abfall vermeiden dagegen sehr.

Sie möchten dazu beitragen, dass die Müllberge nicht noch größer werden und Abfall vermeiden?

Dann sind Sie hier richtig:
Wir stellen Ihnen verschiedene Tipps und Tricks zur Abfallvermeidung vor.
    •    Körperpflege
    •    Putz- und Waschmittel
    •    Allgemeine Tipps
 


Körperpflege

Die besten Tricks der Abfallvermeidung im Bereich der Körperpflege:

Trotz Nachfüllpackungen für Waschgels, Shampoos und Flüssigseifen, produzieren wir doch recht viel Kunststoffabfall. Das Schlimme daran ist, dass nicht nur die Verpackung als Müll anfällt, sondern dass die meisten Gels und Shampoos auch noch extra dafür hergestelltes Mikroplastik enthalten. Wer darauf verzichten möchte, findet nachfolgend einige Tipps.

Seife statt Duschgel

Benutzen Sie doch einfach die herkömmliche „flutschige“ Seife oder ein sog. festes Waschstück (z.B. ph-neutral). Gibt es komplett ohne Verpackung (z.B. in Unverpacktläden und Biomärkten oder meist in einer kleinen Papierverpackung bzw. Pappschächtelchen).

  • Kernseife ist übrigens auch als Hautpflegemittel verwendbar z.B. als Seife gegen unreine Haut, denn sie entzieht der Haut Fett und hilft so gegen Hautunreinheiten (Vorsicht bei Daueranwendung kann die Haut trocken werden).

Festes Shampoo und Haarseife

Den meisten Shampoos wird Mikroplastik (< 5 mm) zugeführt, das dann über das Abwasser in Flüssen, im Meer, in den Mägen der Fische und letztlich in unserem Körper landet.  Wer darauf und auf die aus Erdöl hergestellte Einmalplastikverpackung verzichten will, verwendet ganz einfach sog. festes Shampoo bzw. Haarseife. Beides gibt es in Stückform.

  • Festes Shampoo ist in der Anwendung identisch mit herkömmlichen Shampoo - nur dass es halt in eine feste Form gepresst ist. Aufschäumen, einmassieren, ausspülen, fertig. Achten Sie bei den Inhaltsstoffen auf Hinweise von Mikroplastik (die meisten festen Shampoos enthalten aber keines mehr).
     
  • Haarseife ist vom ph-Wert basisch und wird aus Fetten, Lauge und Ölen gesiedet. Sie enthält garantiert kein Mikroplastik oder andere chemische Zusatzstoffe.  Nachteil: Nach der Wäsche bedarf es einer sog. „sauren Rinse“ (z.B. Essigspülung) damit sich keine Seifenrückstände im Haar bilden. 

Sowohl festes Shampoo als auch Haarseifen - gibt es in kleinen Pappkartons, in Papier gewickelt oder komplett ohne Verpackung (Unverpacktläden oder Biomärkte). Sie sind in herkömmlichen Drogerien zwischen 2,90 und ca. 8 Euro erhältlich. Festes Shampoo und Haarseifen sind ca. 2 - 3x so ergiebig wie Flüssigshampoos.

 

Kaffee-Peeling

Kaffee duftet einfach herrlich! Finden Sie das auch? Dann ist dieses verpackungsfreie Peeling genau das Richtige: Seife aufschäumen und etwa 1 Teelöffel Kaffeesatz hinzufügen. Damit sanft das Gesicht einreiben und anschließend abspülen

Rasierhobel

Auch beim Rasieren - und besonders beim Rasieren mit Einwegrasieren - fällt Abfall an. Versuchen Sie es doch auf die altmodische Art und benutzen einen „Rasierhobel“ bei dem lediglich die Klingen nach dem Auswechseln als Abfall anfallen. Gibt es auch aus verchromten Metall oder mit Holzgriff.


Putz- und Waschmittel

Wer kennt das nicht: Der Putzschrank quillt über: Es gibt Putzmittel und Waschmittel für alles und jedes. Da fallen eine Menge Verpackungen an. Leider sind die meisten Produkte auch nicht besonders umweltfreundlich. Die Frage ist, brauchen wir so viele Putzmittel und müssen wir durch deren Verpackungen so viel Müll produzieren? Wir meinen: Nein! Mit den 5 Zutaten Zitronensäure, Natron, Soda, Essig und Kernseife bekommt man praktisch alles sauber.

Waschen mit Efeublättern

Efeu enthält waschaktive Substanzen (Saponine). Diese lösen Flecken und Fette. Bei bunter und unempfindlicher Wäsche, durchaus zu empfehlen (weiße Wäsche kann bei dieser Anwendung nach mehreren Waschgängen ergrauen). Wie funktioniert es? 5-6 Efeublätter in ein Wäschesäckchen geben und in die Wäschetrommel legen. Wie gewohnt waschen. Fertig! Vorteil: Sehr einfach in der Anwendung, ganzjährig erhältlich, nachwachsender Rohstoff, kostenlos und verpackungsfrei.

Flüssigwaschmittel aus Efeu mit Soda selbst herstellen

Efeu ist ein nachwachsender Rohstoff, der ganzjährig und regional erhältlich ist. Hier finden Sie die ausführliche Anleitung zur Herstellung des Flüssigwaschmittels zum Download.

Waschen mit Waschnüssen

Die Frucht des indischen Seifenbaums enthält ebenfalls wie die heimische Rosskastanie waschaktive Substanzen. Sie sind in herkömmlichen Drogerien oder in Unverpacktläden, zu kleinem Preis zu erhalten.
Wie funktioniert es? 6-7 halbe Schalen in ein Säckchen legen und zur Wäsche in die Trommel stecken. Bei weißer Wäsche wird die Zugabe von Soda empfohlen damit kein Grauschleier entsteht. Nachteil: Ein weiter Weg aus Indien treibt die CO2 Bilanz nach oben. Außerdem soll der Preis durch vermehrte Nachfrage aus Industrieländern in Indien gestiegen sein und somit dort für einige Menschen nicht mehr als Waschmittel in Frage kommen. Vorteil: Für Allergiker eine echte Alternative (da keine Zusatzstoffe beigemischt sind).

Allzweckreiniger selbst herstellen

Der Name sagt es schon, hier geht es um ein Multi- Putztalent. Zitronensäure ist biologisch abbaubar und vielseitig einsetzbar. Dieser Reiniger ist für (fast) alle Zwecke (Fliesen, Edelstahl, Keramik, Glas) geeignet. Hier finden Sie die ausführliche Anleitung zur Herstellung des Allzweckreinigers aus Zitronensäure zum Download .

Essigreiniger selbst herstellen

Essigreiniger ist neben Allzweckreinigern aus Zitronensäure auch ein wahres Allroundtalent – denn Essig wirkt fett,- kalk- und rostlösend und eignet sich damit hervorragend als Reinigungsmittel. Hier finden Sie die ausführliche Anleitung zur Herstellung des Essigreinigers zum Download.

Kernseife

Sie enthält pflanzliche und tierische Fette. Es gibt sie aber auch in veganer Ausführung.  Da sie so vielseitig einsetzbar und ergiebig ist, kann sie eine Menge Verpackungen ersparen. Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis: Palmölfrei (in der Inhaltsstoffauflistung: Sodium Palmate) - nur so können Sie sicherstellen, dass es sich bei der Seife um eine umweltfreundliche Variante handelt. Bedenken Sie, dass zur Gewinnung von Palmöl, in Asien Wälder abgeholzt werden (um Platz für den Anbau der Palmen, in Monokultur zu machen).

Kernseife gibt es verpackungsfrei, in Papier gewickelt oder in kleinen Pappkartons und in allen größeren Drogerien. Verzichten Sie auf Kunststoffverpackungen, denn hier geht es ja um Abfallvermeidung.

Kernseife ist eine sog. Natronseife und ein altes Hausmittel für:

  • Hände waschen nach starken Verschmutzungen
  • Flecken aus Kleidung mit Kernseife entfernen
    Gras, Tomatensoße, Fett oder Dreck, so geht´s: Flecken anfeuchten und mit der Kernseife einreiben, dann über Nacht in einen Wassereimer legen und anschließend in der Maschine waschen
  • Als Küchenreiniger
    Durch die fettlösenden Eigenschaften auch im Küchenbereich einsetzbar. Einfach das Schwämmchen damit einseifen und Geschirr oder Flächen damit reinigen.
  • Insektenbefall bei Zimmerpflanzen
    Lösen Sie einige Flocken der Seife in Wasser auf und besprühen damit die befallenen Blätter der Pflanze.

Allgemeine Tipps

 

Es gibt eine Menge kleiner Dinge, die wir tun können um Abfälle zu vermeiden. In einigen Supermärkten gibt es sogar witzige Slogans auf Obst- und Gemüsebeuteln, um darauf aufmerksam zu machen. Brauchen Sie wirklich eine Tüte? Ein Gemüsenetz, tut´s doch auch.

Gemüsenetz statt Papier- oder Plastiktüten

An Obst und Gemüsetheken in Supermärkten gibt es sowohl loses Obst und Gemüse als auch Verpacktes – oft sogar doppelt und dreifach. Bei losem Obst greifen die Deutschen immer noch zu den dünnen Plastikbeuteln um die Ware darin einzupacken, 2018 waren es ca. 3 Milliarden dieser Beutel. Ein Gemüsenetz, ist ganz einfach zu verwenden, wiegt fast nichts und spart eine Menge unnötigen Müll. Man muss vor dem Einkauf nur daran denken, es mitzunehmen - genauso wie an den Einkaufsbeutel.

Mehrweg Coffee to go Becher

 

Ungefähr 5.000 Tonnen Abfall für 10 Minuten Vergnügen? Das ist mehr als überflüssig, denn es geht auch anders: Benutzen Sie doch einfach einen Mehrweg- Thermo-Becher!

Lunchbox

Sparen Sie Geld und unnötigen Verpackungsabfall. Außerdem sind selbstgemachte Snacks meist gesünder, da sie keine Zusatzstoffe enthalten. Zugegeben: Die Zubereitung des Snacks benötigt ein wenig Zeit- aber um eine Fertigverpackung in der Pause einzukaufen, doch auch. Tipp: Behälter aus Metall statt Kunststoff benutzen, so kommen keine schädlichen Weichmacher ans Essen

Trinkflasche für unterwegs

Wasser ist der Quell des Lebens- und wer kennt das nicht- gerade unterwegs überkommt einen der Durst. Füllen Sie Trinkwasser in eine leichte Flasche. Wer auf Kunststoff und damit auf Mikroplastik (durch Abrieb beim Reinigen) ebenso wie auf schädliche Weichmacher verzichten will, füllt sein Leitungswasser in Metallflaschen (z.B. Edelstahl).  Extra Tipp: Verwenden Sie Leitungswasser und „peppen“ Sie dieses durch Zugabe von einigen Tropfen Zitrone /Orange oder Sirup auf. Hier sind dem Geschmack keine Grenzen gesetzt.


Frische Tipps für Lebensmittel

Weggeworfene Lebensmittel sind leider ein großer Teil des Müllbergs. Allein in Deutschland landen dort jährlich ca. 10 – 12 Millionen Tonnen.

Die gesunden Lebensmittel schmecken frisch am Besten und neigen dazu, schnell zu verderben. Deshalb landen sie häufig im Abfall. Durch einfache Tricks, lässt sich eine Menge Abfall vermeiden:

 

Brotaufbewahrung

Der Deutschen beliebtestes Lebensmittel ist leider auch sehr anfällig für Schimmel und landet deshalb auch häufig im Müll. Bewahren Sie Ihr Brot nicht in einer Plastiktüte auf- denn dies begünstigt Schimmelbildung. Benutzen Sie stattdessen ein sauberes Baumwolltuch und schlagen das Brot darin ein. Noch besser: In ein Tuch gewickelt im Brotkasten (z.B. aus Emaille) aufbewahren.
Extra Tipp: Frieren Sie das geschnittene Brot ein, so können Sie bei Bedarf einzelne Scheiben entnehmen. Dies können Sie sogar gefroren direkt in den Toaster stecken und rösten: Einfach ausprobieren und nie wieder Brot wegwerfen!

Steinobst

 

Gleich und gleich gesellt sich gern - in diesem Fall im Obstfach des Kühlschranks. (Kirschen, Nektarinen, Pfirsiche und Co. halten gekühlt länger). Vor dem Verzehr aber mind. 30 min bei Raumtemperatur lagern damit sich das Aroma wieder entfalten kann.

 

Möhren

Entfernen Sie das Grün der Möhren, wickeln sie in ein wenig feuchtes Tuch und lagern sie anschließend im Gemüsefach des Kühlschranks. Sie werden sich wundern, wie lange sie dort haltbar sind. Der gleiche

Trick funktioniert auch bei Spargel, allerdings kann das Tuch hier wirklich feucht sein. Der Spargel bleibt so einige Tage frisch.

Pilze

 

Entfernen Sie Pilze immer aus der Plastikverpackung, wickeln Sie z.B. in Papier und lagern sie gekühlt.

Zitrusfrüchte und Südfrüchte

 

Exoten und südländische Früchte mögen keine Kälte und verlieren dadurch ihr Aroma. Am besten bei Zimmertemperatur lagern.

Heimisches Kernobst (Apfel, Birne und Co.)

 

Kühle und dunkele Lagerung ist hierfür am besten (z.B. im Keller). Lagern Sie jede Frucht einzeln, vermeiden Sie Druckstellen und kontrollieren sie regelmäßig auf Schimmel. Befallenen Früchte sofort entfernen, denn sie stecken andere an.

Pflaumen und Weintrauben

 

Die beiden enthalten einen natürlichen Schutz vor Schimmel und Austrocknen (als weiße Schicht erkennbar) - und sollten deshalb erst unmittelbar vor dem Verzehr gewaschen werden.

Ihre Ansprechperson

Frau Ruckriegel
Telefon: 02366 303-115
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