Das Audit "Familiengerechte Kommune"

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Wann ist eine Kommune „familiengerecht“? Dann, wenn sie Angebote für alle Familienmitglieder jeden Alters bietet, Interessen und Wünsche von Familien kennt, darauf eingeht und sich Gedanken macht, was man zukünftig besser gestalten kann.

Herten will natürlich den hier lebenden Familien gerecht werden. Das gelingt schon in vielen Bereichen, doch Spielraum nach oben gibt es immer. Ein Programm soll Städte und Kommunen dabei unterstützen – das Audit „Familiengerechte Kommune“.

Dieser Prozess wurde vom Familienministerium NRW, dem Verein „Familiengerechte Kommune e. V.“ und der berufundfamilie gGmbH entwickelt. Mit Hilfe des Audits sollen Gemeinden ihre Familienpolitik in einem System besser darstellen und strategisch weiterentwickeln können. Das Audit „Familiengerechte Kommune“ wird seit 2008 angewendet.

2013: Herten erhält Zertifikat

Foto der Zertifikatsverleihung

Die Stadt Herten hat sich zwischen 2011 und 2013 diesem Auditierungsprozess unterzogen. Denn in Zukunft sollen die vorhandenen familiengerechten Aktivitäten besser gebündelt und strukturiert werden. Außerdem will man weitere Akteure einbinden und die Hertener Familienpolitik in einem Gesamtkonzept zusammenführen. Familienpolitik soll als Querschnittsaufgabe in allen Verwaltungsbereichen und Politikfeldern etabliert werden.

Die Stadt Herten hat die Auditierung erfolgreich beendet und am 24. Juni 2013 die Zertifikatsurkunde als „Familiengerechte Kommune“ erhalten.

Bestandsanalyse: Was haben wir bereits erreicht?

Bevor Strategie und Ziele festgelegt wurden, erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme der Strukturen und Angebote für Familien in Herten. Dabei stellte sich heraus: Herten steht als „Stadt für Familien“ im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht schlecht da.

  • Fast 99 Prozent der Hertener Kinder im Alter zwischen 3 und 5 Jahren besuchen eine Kindertageseinrichtung.
  • Flächendeckend gibt es in jedem Stadtteil ein Familienzentrum (insgesamt acht).
  • Alle Hertener Grundschulen bieten die offene Ganztagsbetreuung an.
  • Es gibt zahlreiche Beratungs- und Hilfsangebote für Familien, z. B. die Willkommensbesuche des Jugendamtes bei Neugeborenen.
  • Es finden an vielen Stellen Kooperationen mit allen Trägern, allen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen statt.
  • Es gibt zahlreiche Angebote im Bereich Gesundheit und Sport: die Sport- und Freizeitanlage Backumer Tal mit Skateranlage, Basketballplätzen, Spielplätzen u.v.m., das Copa Ca Backum mit vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche, den Spielkäfer und viele Ferienspaßangebote.

Zielsetzung: Was wollen wir noch erreichen?

In Diskussionsrunden mit Verwaltung, Politik, Akteuren und der Auditorin des Vereins „Familiengerechte Kommune e. V.“ wurde klar, dass es weiteren Handlungsbedarf gibt, um das Thema „Familiengerechtigkeit“ in Herten voran zu bringen.

Handlungsfelder

Im Rahmen des Audits wurden folgende Handlungsfelder bearbeitet:

  • Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit
  • Familie und Arbeitswelt, Betreuung
  • Bildung und Erziehung
  • Beratung und Unterstützung für Familien
  • Wohnumfeld und Lebensqualität in Verbindung mit Senioren und Generationen

„Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit“

Im Handlungsfeld „Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit“ sollen familiengerechte Aktivitäten besser gebündelt und strukturiert werden. Familiengerechtigkeit muss fest „in den Köpfen“ der handelnden Personen verankert sein.

Das Handlungsfeld „Inklusion“ wird dabei ausdrücklich mit einbezogen. Dazu hat bereits ein erstes Forum im Juli 2013 stattgefunden, ein weiteres Forum ist im Herbst 2013 geplant.

„Familie und Arbeitswelt, Betreuung“

Im Lebensbereich „Familie und Arbeitswelt, Betreuung“ steht die Entwicklung einer familienorientierten und demografiefesten Standortpolitik im Mittelpunkt – also eine Ausrichtung auf eine älter werdende und buntere Gesellschaft. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Hertener Unternehmen. Gemeinsam möchte man ein besonderes Serviceangebot schaffen, um mit geschicktem Personalmanagement dem demografischen Wandel gerecht zu werden. Dazu gehören Konzepte zur betrieblichen Kinderbetreuung und ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement.

„Bildung und Erziehung“

Im Handlungsfeld „Bildung und Erziehung“ will man in Zukunft diejenigen zu Wort kommen lassen, die unmittelbar betroffen sind: Kinder und Jugendliche! Sie sollen mitreden, wenn es um die Gestaltung von Schule und Freizeit geht. Was bedeutet „Leben in Herten“ für Jugendliche? Was sind ihre Wünsche, Anregungen und Ideen? Eine Befragung, die gemeinsam mit einer Hertener Schule durchgeführt wird, soll Aufschluss geben. Die Umfrage ist für 2014 geplant und wird evtl. von einem Workshop begleitet. Auch die Kommunikation mit den Jugendlichen ist ein Thema. Wie könnte man diese durch den Einsatz moderner Kommunikationsplattformen verbessern?

„Beratung und Unterstützung“

Wie in der Erhebung festgestellt, gibt es im Handlungsfeld „Beratung und Unterstützung“ in Herten bereits viele Angebote für Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren. Diese Bandbreite gilt es nun zu strukturieren, damit jeder das passende Angebot für sich findet. Hier sollen natürlich nicht nur die städtischen, sondern auch die Angebote von freien Trägern berücksichtig werden. Die Abfrage wird Ende 2013 starten

„Wohnumfeld und Lebensqualität“ und „Senioren und Generationen“

Aus Altersgründen wegziehen? In den Handlungsfeldern „Wohnumfeld und Lebensqualität“ in Verbindung mit „Senioren und Generationen“ wird die Entwicklung demografiefester Wohnquartiere angestrebt, die außerdem ganz spezielle Profile erhalten. Gemeinsam mit Mietern und Eigentümern will man diese Profile entwickeln. Besonders im Hertener Norden laufenden Verfahren zur Entwicklung neuer Wohnquartiere. Auf Grundlage der „Mieterbefragung 2011“ und durch Gespräche mit Vermietern, Wohnungsbaugesellschaften, Mietern und Eigentümern entwickelt man Ideen, wie Nachbarschaften und soziale Netzwerke gestärkt werden können. Dabei unterstützt das Stadtteilbüro Herten-Nord.

Umsetzung...

Die vorgenannten Ziele und Maßnahmen wurden vom Rat der Stadt Herten am 15. Mai 2013 beschlossen und werden nun schrittweise umgesetzt. Nach einem Jahr ist ein Zwischenbericht über den Stand der Umsetzung geplant. 

Ihre Ansprechpersonen

Dirk Sopka
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Standort: EG
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Ralf Angrick
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Raum: 41 | Gebäude: Rathaus

Bildungspaket

Das Bildungspaket der Bundesregierung unterstützt Kinder und Jugendliche, deren Eltern finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt bekommen und eröffnet ihnen so bessere Lebens- und Entwicklungschancen.

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