Wochenkolumne Bürgermeister Fred Toplak


Wochenrückblick 11. Juni bis 18. Juni

Liebe Hertenerinnen & Hertener,

liebe Freundinnen & Freunde,

eine neue Woche, ein gleicher routinierter Anfang: mit dem Büroteam den Wochenausblick durchsprechen und danach im Kreise des Verwaltungsvorstands die Vorlagen für die kommende Sitzungsfolge besprechen, beraten, abstimmen. In der Folge: Rücksprachen mit den Beigeordneten und dem Geschäftsführer der Hertener Stadtwerke Herrn Rattmann zu laufenden und zukünftigen Projekten. Da sind spannende Projekte in der Pipeline, dazu an anderer Stelle mehr.

In Recklinghausen kam am Montag der Kreistag zusammen. Folgenschwerster Tagesordnungspunkt war die Abstimmung zum Thema Kreishaus-Neubau. Die Entscheidung mag knapp ausgefallen sein, sie ist aber dennoch, das haben neben mir auch viele andere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Kreis (CDU) schon vorher in schriftlicher Form dem Herrn Landrat Süberkrüb (SPD) mitgeteilt, eine unserer Meinung nach falsche Entscheidung. In Zeiten, in denen Kreiskommunen unter dem Druck des Stärkungspaktes stehen und Bildungsinfrastruktur höchst sanierungsbedürftig daliegt, ist das Zeichen, welches der Kreis setzt, mit Sicherheit kein gutes. Und mit Verlaub, als Argument für einen Abriss, 38 Jahre regelmäßig erforderliche Renovierungen nicht ausgeführt zu haben, um die Kreisstädte nicht zu belasten, sowie ein Teppichboden, der nach 38 Jahren plötzlich gesundheitsgefährdend daliegt, ist für mich kein nachvollziehbares Argument. Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kreises ist die Wartezeit damit leider nicht vorbei und man fragt sich, ob diese mit den geschilderten bedenklichen Mängeln des jetzigen Kreishauses eigentlich noch vier Jahre klarkommen müssen oder ob dortige eklatante Mängel nicht aus rechtlichen Gründen noch abzustellen wären. Für die Kommunen im Kreis beginnt damit der bange Blick auf die Haushalte. Schließlich sind es die Kreisstädte, welche am Ende des Tages die Rechnung dafür zahlen müssen. Ich glaube, hier hat die Bürgerschaft das letzte Wort noch nicht zu gesagt. Da man mir ja gerne mal ein "Kommunikationsproblem" vorwirft, frage ich mich wo hier eine verhältnismäßige Beteiligung stattgefunden hat.

Abends war ich dann zum Iftar-Essen in der Blauen Moschee am Paschenberg eingeladen. Im Übrigen nicht nur ich, sondern sehr viele Menschen aus Verwaltung, Feuerwehr, Kirchen, Vereinen und öffentlichem Leben. Ein Termin, der für mich persönlich sehr viel mit Wertschätzung zu tun hat, für die Lebensleistung der Menschen, die nach Deutschland als Gastarbeiter kamen und blieben, um beim wirtschaftlichen Aufschwung mitzuarbeiten, auch für die nachfolgenden Generationen, die hiergeblieben oder hier geboren sind, Fuß gefasst und sich selbst etwas aufgebaut haben. Das darf man gerade in einer zum Teil praktizierten, undifferenzierten Bertrachtungsmentalität nicht vergessen.

Auch der Dienstag war wieder mit Besprechungen „geflutet“. Land unter...

Mein persönliches Highlight des Tages war die Abendveranstaltung „Wirtschaft im Kontakt“ im wundervollen Revuepalast Ruhr auf Ewald. Vielen Dank noch einmal an Rafael Fuchsgruber mit seinem emotionalen Vortrag zum Motto „Aufgeben ist keine Option“. Ist es nicht, auch als Stadt nicht und erst Recht nicht als Bürgermeister. Wir geben nicht auf in dem Versuch, unsere Stadt zu verbessern. Wir geben nicht auf gegen Zeitgenossen, die es für vertretbar halten, öffentliches Eigentum (also auch ihr eigenes, sie oder ihre Verwandten zahlen für die Folgen ja über die Gebühren mit!) zu vermüllen, beschädigen oder beschmieren. Wir geben auch nicht auf gegen Menschen, die der Meinung sind, ihr Freizeitvergnügen dürfe ruhig andere Mitbürger belästigen und unnötige Kosten verursachen. Was mehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist: allen Mitmenschen klarzumachen, dass nur ein Miteinander uns als Stadtgesellschaft vorwärtsbringt. Dazu gehört auch Respekt vor anderen Menschen, gleich welcher Herkunft sie sein mögen. Dazu gehören zivilisierte Umgangsformen. Wir dürfen nicht aufhören, diese von allen Mitmenschen einzufordern.

Womit wir direkt bei einem anderen Thema wären.

Um der Raserei einiger Leute auf den Zechengeländen zu begegnen, hat die Stadt Herten dort nun Rüttelrinnen in die Straßen fräsen lassen. Es handelt sich dabei um eine einfache und kostengünstige Lösung, die ebenso einfach und kostengünstig im Übrigen auch wieder zurückgenommen werden kann. Da alle uns bekannten Maßnahmennach StVO dort leider nicht genehmigungsfähig waren, also von der Bezirksregierung zur Umsetzung mich erlaubt waren, habe ich mir das vor ein paar Monaten so überlegt und möchte es gerne als Pilot ausprobieren. Wir sind gespannt, ob die Maßnahme die gewünschten Folgen zeigt. Diejenigen, gegen die sie sich richtet, sollten dringend mal über ihr „Hobby“ nachdenken und wenn sie schon dabei sind, ihren Müll auch wieder mitnehmen oder in einen der durchaus nun in erhöhter Anzahl vorhandenen Mülleimer werfen. Der Nürburgring bietet übrigens genügend Spielfläche für PS-Fans, die unbedingt das Gaspedal durchtreten wollen. Das muss man nicht auf Hertens Straßen machen. Und nein, ich habe überhaupt nichts gegen „schnelle oder heiße Autos“, nur gegen Leute die damit nicht umgehen können.

Die Anmerkungen verschiedener Anlieger auf Schlägel & Eisen haben wir natürlich aufgenommen. Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, was die aktuellen Maßnahmen ergeben, bevor wir über weitere Rüttelstreifen nachdenken. Was mich persönlich ein wenig wundert: Obwohl seit längerem bekannt war, dass die Stadt das Einfräsen von Rüttelstreifen plant, „kam die Kritik“ erst im Nachgang über die Tagespresse. Die Stadtverwaltung ist immer offen für Vorschläge und konstruktive Kritik, es würde mich freuen, wenn man dies in der Öffentlichkeit nicht allein als „Holschuld“ begreifen würde. Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Natürlich findet nicht zu allem, was wir im laufenden Tagesgeschäft tun, vorher eine Bürgerversammlung statt, mit dem „stillen Kämmerchen“, wie es die CDU an anderer Stelle schreibt, hat das allerdings nichts zu tun. Ebenso wenig, wie in Sachen HertenForum: der Investor wird wie angekündigt und bekannt, seine Pläne im Rahmen der öffentlichen Ratssitzung ausführlich präsentieren.

Zack Mittwoch.

Die Runde der Wirtschaftsförderung fiel an diesem Tag aus terminlichen Gründen etwas kürzer aus, denn im Anschluss musste ich bereits zur Hauptversammlung der Gelsenwasser AG fahren. Als einer unserer großen Partner für Infrastruktur und Versorgung, ist mir der Kontakt und ein regelmäßiger Austausch auf unterschiedlichen Ebenen wichtig.

Nach einer Rücksprache und einem Pressetermin blieb mir dann noch die Zeit, mich auf das Vorlagengespräch mit den Fraktionen vorzubereiten. Hier besprechen wir jede einzelne Vorlage für die vorausliegende Sitzungsfolge anstehenden Beschluss- und Berichtsvorlagen und die Politik hat eine erste Gelegenheit, um Fragen zu den Vorlagen abzuklären, oder im Nachhinein weitere Fragen zu stellen. Gerne nehmen die Verwaltung und ich im Anschluss Hinweise auf Unstimmigkeiten o. ä. entgegen. Diese Möglichkeit des Umgangs wird in Herten leider kaum bis gar nicht genutzt, da hat noch kein Umdenken zu alten, so nicht mehr vorhandenen Strukturen stattgefunden.

Für den Abend hatten wie im Vorfeld bereits geplant, der zuständige Fachbereich und ich Vertreterinnen und Vertreter Hertener Sportvereine zu einem Gespräch über die Weiterentwicklung des geplanten Sportstättenkonzeptes eingeladen.

Was in „den Berichten“ der letzten Wochen Wellen geschlagen hat, möchten wir in Zusammenarbeit mit den Vereinen wieder „auf die Füße holen“. Es ist meines Erachtens ein wenig in der ganzen Diskussion untergegangen, dass es hier um nichts weniger geht, als die Hertener Sportstättenlandschaft zukunftsfähig aufzustellen und auch nachhaltig zu halten. Zu keinem Zeitpunkt war es die Absicht der Stadtverwaltung, die Vereine „zu überrollen“. Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass wir in Zusammenhang mit den Sportstätten Fragen wie der demografischen Entwicklung, der sportlichen Entwicklung, den berechtigten Anspruch der sportlichen Akteure und der Stadtentwicklung Rechnung tragen müssen und es geht natürlich auch darum, wie wir all das, was wir für die Sportlandschaft in Herten erhalten oder neu umsetzen wollen, finanziert bekommen. Sicher werden die Ergebnisse nicht für alle Beteiligten zu 100% erfreulich sein können, aber am Ende des Tages soll der Sport insgesamt ja dauerhaft und nachhaltig gestärkt werden. Mir geht es um den Sport, nicht um Kirchturmdenken oder Wählerstimmen. Der Sport sollte immer die treibende, uns bewegende Kraft sein.

Am Donnerstag ging es in den Vormittagsstunden um das Thema Innenstadt und deren Entwicklung. Ein befreundeter Architekt und Referent für Innenstadtkonzepte, Ausprägung und Onlinestrategien, berichtete aus seinen Erfahrungen in anderen Kommunen. Eine gute Gelegenheit unsere Herausforderungen mal aus einer anderen Perspektive zu bewerten. Wir bleiben hier intensiv im Gespräch.

In der Mittagszeit durfte ich dann bei der Siegerehrung der RVR-Waldjugendspiele im Schlosswald etwa zweihundert Viertklässler aus acht Hertener Grundschulen beglückwünschen. Sie konnten dort in einer Reihe von Parcours vieles über Wald und Tiere lernen und bei verschiedensten Herausforderungen Punkte sammeln. Alle Kinder erhielten eine Urkunde, es wurden leckere Äpfel verteilt und die punktbesten Klassen erhielten sogar noch zusätzliche Preise. Eine tolle Aktion! Danke an den RVR, die Greifvogelstation Wesel, die Kreisjägerschaft, den NABU und alle anderen, welche die Waldjugendspiele auf die Beine gestellt haben!

Einmal im Jahr verleiht die Stadt Herten den Bürgerpreis für engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich verdient gemacht haben. Seit dem Jahr 2001 wird auf diese Art die Wertschätzung für das Engagement von Menschen und Initiativen mit einer besonderen Würdigung zum Ausdruck gebracht. In diesem Jahr erhielten Helga Stebner und Dr. Ferdinand Stebner den Preis in der Kategorie „Sport“ für ihren Einsatz für den TuS Herten Volleyball, Almir Bajrami für seinen Einsatz für Toleranz und Integration, Gerd Luthe für sein soziales Engagement. Weitere Bürgerpreise gingen an Fritz Laukemper in der Kategorie Umwelt, an Stefanie Hasler und Kevin Runau in der Kategorie Kultur und als Sonderpreis für sein Lebenswerk im Bereich Fußball an Manfred Schirmer. All dies verpackt in einem unterhaltsamen und würdigen Abend, der von der Musical-AG der EKS mit musikalischen Elementen untermalt wurde. Ein rundum großartig organisierter Abend mit toller Atmosphäre, der glaube ich allen Gästen und Beteiligten viel Spaß bereitet hat. Den Preisträgerinnen und Preisträgern meinen herzlichen Glückwunsch zum Bürgerpreis, meinen Dank für die bisherigen Leistungen und alles Gute für den weiteren ehrenamtlichen Einsatz!

Der gilt natürlich auch allen anderen Mitmenschen, die in unserer Stadt ehrenamtlich „unterwegs“ sind, ohne diese Menschen und ihren Einsatz geht an vielen Stellen nichts, von der häuslichen Pflege bis zu den Vereinen. Das muss uns allen immer bewusst sein.

Und ab nach Münster...

Münster und sein historisches Rathaus bildeten am Freitag die Kulisse für die Bundeskonferenz der deutschen „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden). Die weltweit organisierte Initiative (7392 Mitgliedsstädte in 162 Staaten) setzt sich für Frieden und insbesondere atomare Absetzung ein, ein Thema, welches nach wie vor aktueller nicht sein könnte. Wie im Großen, sind wir auch im Kleinen für den Frieden nicht nur auf der Ebene der Nationalstaaten, sondern auch auf Ebene unserer Stadtgesellschaften verantwortlich. Ein friedliches Miteinander muss auf allen Ebenen im Zentrum unserer Bemühungen stehen. Dafür trete ich gerne ein, auch wenn Diskussion und Konflikt dazugehören. Es ist aber letzten Endes unser aller Gemeinschaftsaufgabe, an einer friedlichen Gesellschaft mitzuarbeiten. Ich kann nur appellieren, dass jede und jeder sich hier angesprochen fühlt, denn nur als Gemeinschaft werden wir die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Und ab nach Köln....

Aus dem Münsterland ging der Weg dann über einem kurzen Zwischenstopp in Transvaal direkt weiter nach Köln zur Eröffnung der Motorworld Köln-Rheinland. Hier ist auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Butzweilerhof eine Welt für historische und moderne Mobilität entstanden, eine Kombination aus Schaukasten, Dienstleistung, Zubehör und Konferenz- und Tagungszentrum. Wirklich beeindruckend und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Herten mit der Motorworld gewinnen kann, wenn wir alle es weiter geschlossen unterstützen. Der Gesamteindruck stimmt mich positiv, denn er bestätigt, dass wir hier bei uns einen richtigen Zugewinn zu erwarten haben. Am Rande der Eröffnung konnte ich gute Gespräche mit der Eigentümerfamilie, mit Investoren und (zukünftigen) Hertener Unternehmen führen. Insgesamt ist es ein sehr großes und langfristig angelegtes Projekt, wo es gilt ein verlässlicher Partner zu sein und jemand der mehr macht als redet, in diesem Sinne: Keep on moving…

Am Samstag, also in einer Stunde, werde ich dann noch bei der 111-Jahr-Feier der Kreishandwerkerschaft dabei sein. Die Kreishandwerkerschaft stellte dabei ihre modernisierten Räumlichkeiten und Angebote vor, hier steht natürlich auch die Zukunft des Handwerks und des Arbeitens im Fokus. Der digitale Wandel macht vor dem Handwerk ebenso wenig Halt wie vor anderen Wirtschaftsbereichen. Um auch in Zukunft den dringend benötigten Nachwuchs für die Arbeit im Handwerk begeistern zu können, muss man auch etwas tun. Das Handwerk „goldenen Boden“ hat, lässt sich momentan überall beobachten. Die Auftragsbücher sind nicht nur voll, die Betriebe merken auch jetzt bereits den Druck, den Nachwuchsmangel und vor allem auch die Nachfolgefrage vielerorts hervorrufen. Ich kann nur an die Schülerinnen und Schüler, von denen in den kommenden Wochen viele von der Schule ins Berufs- und Studienleben wechseln werden, sagen: Vergesst das Handwerk nicht! Hier gibt es viele interessante Berufe und Karrieremöglichkeiten! Hier kann man schnell Erfolge und Bestätigung erleben. Auch hier bin ich mit allen Institutionen unterwegs, so auch Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Innungen und mehr, um neue, erfolgreichere Wege zu finden, Ausbildung und Betriebe zusammen zu bringen. Aber auch hier gilt eine Erkenntnis, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes, erholsames und spannendes Wochenende!

Ihr Fred Toplak

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