Wochenkolumne Bürgermeister Fred Toplak

Wochenrückblick 29. Januar bis 4. Februar 2018

Liebe Hertenerinnen & Hertener, liebe Freundinnen & Freunde,

aus aktuellem Anlass beginnt dieser Wochenbericht mit einem traurigen Anlass. Bereits am 22.Januar verstarb Patrick Weiss, städtischer Oberbrandmeister, im Alter von nur 34 Jahren. Er hinterlässt Frau und drei Kinder. Die Beisetzung erfolgte am ersten Februar. Der Tod von Herrn Weiss gehört zu den Dingen, die einen - die mich erschüttert zurücklassen. Unsere Feuerwehr hat einen überaus engagierten Mitarbeiter verloren, die Familie Ehemann und Vater. Ich kenne keine Worte, die dieses Leid beschreiben oder mindern könnten.

Wer die Familie Weiss ein Stück weit in dieser schweren Zeit unterstützen möchte, der schaue bitte hier: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1813511308682201&id=100000700481547


Für mich persönlich begann die Arbeitswoche mit der Wochenvorbereitung im Kreise meines Büroteams, gefolgt von der wöchentlichen Konferenz des Verwaltungsvorstands. Thematisch und terminlich bestens vorbereitet ging es dann in die fachlichen Rücksprachen. Zum Nachmittag hin hatten wir dann Herrn Böckelühr, den neuen Präsidenten der Gemeindeprüfungsanstalt und Herrn Boneberger, den Leiter der Stabsstelle des Präsidenten zu Gast, um in Folge der überörtlichen Prüfung ein erstes Gespräch zu den Zielsetzungen für 2018 zu führen. Da Herr Böckelühr die letzten 10 Jahre selber als Bürgermeister agierte, sind Ihm die Probleme und Schnittstellen zwischen GPA und Kommune bestens vertraut. So hatten wir einen konstruktiven Austausch und ich freue mich auf eine zukünftige, enge Zusammenarbeit.

Am späten Nachmittag folgte dann eine besondere Sitzung des Ältestenrates: die Vertreter von Phönix Development nutzten die Gelegenheit, den Vertretern und Vertreterinnen der Hertener Ratsfraktionen ihr Unternehmen und dessen erste Pläne für die Entwicklungen auf der HertenForum-Fläche vorzustellen. Auf Grundlage unseres Erstgespräches haben die Unternehmensvertreter erste Vorstellungen umgesetzt und damit eine gute Basis für weiterführende Gespräche gesetzt. Es wurde eine erste solide Planung vorgestellt, die in den kommenden Wochen weiter und tiefer ausgearbeitet werden muß. Parallel dazu werden Mietergespräche geführt, um auch hier beim nächsten Treffen einen möglichen Branchenmix vorzustellen. Aus meiner Sicht bin ich positiv gestimmt und unterstütze das Bestreben mit der städtischen Wirtschaftsförderung. Zurzeit denke ich, sollten wir im April neue Informationen liefern können. Drücken wir uns allen die Daumen.

Am Dienstag fuhr ich nach verschiedenen internen Besprechungen gegen Mittag zur ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen. Anlass dafür war die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag. Streng genommen findet der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ bereits am 27.Januar statt, bezogen auf den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Es hat in Herten bereits Tradition, dass die zentrale Gedenkveranstaltung jedes Jahr von den Schülerinnen und Schülern einer anderen Schule organisiert wird. In diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Europaschule diese Aufgabe übernommen und ein eindrucksvolles Programm auf die Beine gestellt. Dabei gab es sowohl ein Mittags-, wie auch ein Abendprogramm.

Zusammen mit dem Gedenken an die Millionen jüdischer Opfer wurde in diesem Jahr auch das Thema der zigtausenden von Zwangsarbeitern thematisiert, die vom NS-Regime zur Arbeit in Industriebetrieben und Landwirtschaft gezwungen wurden. Damit wird die Geschichte direkt auf dem Gelände der Veranstaltung greifbar, denn auch auf Schlägel und Eisen waren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Einsatz. Dort, wo zu Kriegszeiten die Lager standen, stehen heute neue Wohngebiete. Wenn Sie mehr zur Geschichte der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Herten erfahren möchten, empfehle ich Ihnen diese Ausarbeitung, die unter Federführung des leider bereits verstorbenen Hans Heinrich Holland entstanden ist: http://www.vvn-bda-re.de/pdf/Zwangsarbeiter.pdf

Zum Abschluss der Veranstaltung haben wir dann auf Schlägel & Eisen einen Korbiniansapfelbaum gepflanzt – ein ganz besonderes Apfelbäumchen, benannt nach Korbinian Aigner, der als Priester im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war und dort Zwangsarbeit in der Landwirtschaft leisten musste. Mehr zur Geschichte dieser ganz besonderen Sorte Apfelbaum können Sie hier erfahren: www.korbiniansaepfel-minden.de/korbinian-aigner/

Mittwochs bin ich zum Gespräch mit der Regierungspräsidentin Frau Feller nach Münster gefahren. Der Termin, zu dem neben dem Landrat, Herrn Süberkrüb, auch die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen aller kreisangehörigen Städte eingeladen waren, stand in erster Linie unter dem Thema der weiteren Entwicklung des kreisangehörigen Raums und der weiteren Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung. Schwerpunktthemen lauteten: Bildung im digitalen Wandel / Breitbandausbau. Altschuldenfinanzierung, Haushaltssicherungs- Maßnahmen und Personalsituation, speziell vor der Kulisse Schulausbau, Ausstattung und Sanierung in Gegenüberstellung zur aktuellen "Förderungsmittelflut". Weitere Gespräche folgen am 21 und 27 Februar.

Am Abend war ich dann zu Gast bei der Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr Herten. Die Feuerwehren sind ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Sicherheit in unserer Stadt. Um so wichtiger, dass es Jugendgruppen gibt, in denen man sich bei der freiwilligen Feuerwehr engagieren und etwas für die Gemeinschaft machen kann. Dabei steht bei den Gruppen der Jugendfeuerwehr nicht nur die Ausbildung, sondern vor allem auch die gemeinsame Freizeitgestaltung im Vordergrund. Wer also Lust hat, etwas Gutes zu tun und gleichzeitig eine Gemeinschaft zu finden, bei der man viel Spaß haben kann – einfach mal an den Übungsabenden vorbeischauen. (Kontaktdaten zu den Löschzügen findet man hier: https://www.herten.de/service/feuerwehr/jugendfeuerwehr.html)

Donnerstags war ich zunächst im Polizeipräsidium in Recklinghausen anlässlich der Unterzeichnung der „Kooperationsvereinbarung zur Prävention von Kriminalität im Kindes- und Jugendalter“. Hinter dieser etwas sperrigen Überschrift verbirgt sich eine Vereinbarung zu stärker vernetzter Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der kommunalen Jugendhilfe. Da trifft die Überschrift die Zielsetzung schon besser - Kurve kriegen! – Ziel ist es zu verhindern, dass bereits auffällig gewordene Kinder und Jugendliche in die Kriminalität abgleiten. Es ist wichtig, jungen Menschen alle zur Verfügung stehenden Hilfen anzubieten, damit sie nicht abrutschen. Dafür trete ich gerne ein – Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir sollten alles in unserer Macht stehende tun, um sie zu beschützen, manchmal auch vor sich selbst. Weil dieses Vorhaben so wichtig ist, wird es auch von allen Stadtoberhäuptern aus dem Kreis Recklinghausen mitgetragen.

Von dort aus fuhr ich dann direkt zurück nach Herten, um der Trauerfeier für den verstorbenen städtischen Oberbrandmeister Patrick Weiss beizuwohnen.

Am Nachmittag fand dann wie gewohnt das Pressegespräch mit dem Redaktionsleiter Frank Bergmannshoff der Hertener Allgemeinen zu den Beschlussvorlagen für die aktuelle Sitzungsfolge statt.

Zwei Vorlagen wurden dabei intensiv im Detail besprochen - Sondernutzungssatzung und die Wochenmarktentwicklung. Für beide Beschlussvorlagen haben wir meines Erachtens gute und - nachvollziehbare - Argumente aufgeführt und erklärt. Ich wünschte mir, es würde zukünftig mehr Augenmerk auf positive Ansätze und Möglichkeiten wie Chancen gerichtet. Ich möchte nicht nochmals mein Zitat zum Wandel heranziehen - auch wenn es passt wie Ars... auf Eimer.

Eine neue Brisanz erhält das Thema Innenstadtentwicklung, Wochenmarkt und Parkraum "natürlich" durch die Entscheidung der Ratsmehrheit von SPD und Grüne des Jobcenterstandortes an der Vitusstraße. Die ich auch vor dem Start - Neustart Innenstadt- nicht nachvollziehen kann.

Zum Ausklang des Tages stand dann noch eine Sitzung zum Thema Schulentwicklung auf dem Programm. Das Thema schulische Bildung wird in Zukunft mehr denn je im Fokus der Veränderungen durch den digitalen Wandel stehen. Die Frage, was wir unseren Kindern in der Schule vermitteln und wie wir es tun wird entscheidenden Einfluss darauf haben, wie unsere Region in den kommenden Jahrzehnten sozial und wirtschaftlich aufgestellt sein wird. Deshalb ist dieses Thema extrem wichtig und auch keines, welches man mit einer Handvoll Sitzungen und einem Stapel Baubeschlüssen wird erledigen können.

Am Freitag fand ein Gespräch mit einigen Markthändlern statt. Das Gespräch war konstruktiv, aber fair. Die Bedenken, die bezüglich der Übergabe von Organisation und Verwaltung des Marktes seitens einiger Händler bestehen, verstehe ich durchaus. Die Verwaltung geht natürlich über Kritik und Befürchtungen nicht einfach hinweg – der Markt ist wichtig und soll ja gerade durch eine erarbeitete Neuorganisation die Möglichkeit zu neuen Entwicklungen und Verbesserungen bekommen. Eine grundsätzliche Haltung - alles soll bleiben wie es ist, nur keine Veränderungen - ist mir schlicht zu kurz gesprungen (oder überhaupt nicht gesprungen / bewegt). Ich bin sehr optimistisch, dass wir hier für alle Beteiligten zu guten Ergebnissen kommen können und dass die Ängste, die der derzeitig so oft benutzte Begriff „Privatisierung“ auslöst, sich als unnötig erweisen werden. Deshalb schlage ich auch vor, eine „Testphase“ bis 2020 einzurichten, um dann zu sehen, ob sich die beabsichtigten Effekte eingestellt haben oder nicht. Wenn wir nichts Neues ausprobieren, vergeben wir die Chance auf Veränderungen und riskieren, dass sich negative Trends verstärken. Das wollen wir unserer Innenstadt sicher alle nicht mehr weiter antun.

Samstagnachmittag ging es „Auf Schalke“ zu einer ganz besonderen Bürgersprechstunde. Leider ohne Sieg.

Am Samstagabend stand dann eine Sause auf dem Programm – genauer gesagt: die 2. Karnevalsause der KGHL (Karneval Gesellschaft Herten-Langenbochum e.V.). Stattgefunden hat das Ganze in der Kaue der Zeche Schlägel und Eisen. Ok - ich habe immer ehrlich gesagt - Karneval ist nicht ganz mein Ding - aber ich freue mich wenn Menschen Spaß haben und das teile ich gerne. Wer nichts ausprobiert, kann sich nicht entwickeln.

Nicht närrisch, sondern sportlich ging es am Sonntag weiter beim Finale der dritten Klassen im Kindersprint. Beim Kindersprint geht es darum, Grundschülerinnen und Grundschülern die Freude an Bewegung und Sport näher zu bringen. Das Kindersprint-Team besucht dazu die teilnehmenden Grundschulen und baut dort im Sportunterricht einen Laufparcours auf – die Kinder müssen einen Slalom-Kurs durchlaufen und anschließend so schnell ins Ziel spurten, wie sie können. Am darauffolgenden Wochenende dann findet in einer lokalen Sporthalle das große Finale statt – hier laufen die Kinder auf Zeit und die Besten können tolle Preise gewinnen. Der Gedanke dahinter ist natürlich, dass die Kinder so viel Spaß an der Sache finden, dass sie möglicherweise in einem Sportverein weiterlaufen möchten – was ein Ziel ist, welches ich natürlich gerne "laufend" unterstütze.

Viele Grüße

Ihr
Fred Toplak

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