Parkpflegewerk zur Sanierung und Erneuerung des Schlossparks
Zur Sicherung der denkmalgeschützten Anlage und um den Schlosspark in seiner überregionaler Bedeutung zu erhalten, hat die Stadt Herten 2005 ein Parkpflegewerk in Auftrag gegeben.
Neben einer Bestandsaufnahme sollte das Parkpflegewerk ein praktisch umsetzbarer Leitfaden für die erforderliche Pflege der Anlage sein. Dabei musste die Gartendenkmalpflege, die Ökologie und die verschiedenen Nutzungsansprüche berücksichtigt werden.
Somit dokumentiert das Parkpflegewerk die historische und gestalterische Entwicklung des Parks. Ziel ist es, die historischen Grundzüge des Parks wieder herauszuarbeiten und neu in Szene zu setzen. Das bedeutet zum einen Investitionen in Sanierung und Wiederherstellung und zum anderen einen immer wieder anzupassenden Pflegeplan, den die städtischen Mitarbeiter umsetzen müssen.
Auf Grundlage des Parkpflegewerks, gefördert aus Mitteln des Landes NRW sowie der Europäischen Union, sind in den Jahren 2007 bis 2010 unter anderem folgende Maßnahmen im Schlosspark durchgeführt worden:
Theaterplatz, Herkulesplatz und Hatzfeldplatz
Die ursprünglich große Bedeutung der Platzbereiche für die Gesamtgestaltung des Parks war nicht mehr erkennbar.

Die Kreisform des Hatzfeld- und des Herkulesplatzes war durch Einwachsen der umgebenden Gehölze nicht mehr vorhanden, es fehlten attraktive Sitzmöglichkeiten. Die kreisförmigen Platzkonturen wurden als wichtige Endpunkte der ältesten historischen Achsen wieder hergestellt, die Platzbereiche überarbeitet und mit passenden Sitzmöbeln ausgestattet.
Der in der Barockzeit für Aufführungen genutzte Theaterplatzes war nur noch bruchstückhaft vorhanden. Von dem Ort, an dem sich einst die feinen Damen und Herren zu besonderen Anlässen trafen, war bis vor Kurzem kaum noch etwas zu sehen. Die historische Situation ist in vereinfachter Form mit Bühne und Zuschauerbereich wieder hergestellt worden, so dass der Platz heute wieder entsprechend seiner ursprünglichen Bedeutung für öffentliche Aufführungen genutzt werden kann.
Irrgarten
Der in historischen Karten aufgeführte Irrgarten ist wahrscheinlich erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Es handelte sich dabei allerdings nicht um ein streng geometrisches Labyrinth, wie es im Barock üblich war. Aus den vorhandenen Kartengrundlagen konnte nicht genau nachvollzogen werden, in welcher Form der Irrgarten tatsächlich gestaltet war.

Durch behutsames Zurückschneiden des verwilderten Gehölzbestandes wurden die alten, tatsächlich noch vorhandenen Wegestrukturen wieder freigestellt. So ist ein offener, hainartiger Bereich geschaffen worden, der durch schmale Pfade und kleinere Platzflächen die Formen eines Labyrinths andeutet und die Besucher zum Begehen und Verweilen anregt.
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Rosengarten
Zwischen Herkulesplatz und Schloss befindet sich der ehemalige Rosengarten. Angelehnt an die alten Strukturen wurde hier nun ein Schmuckgarten in vereinfachter Form geschaffen.
Tabakhaus
Insbesondere mit der Wiederherstellung der Sichtachse zum Herkulesplatz ist das Tabakhaus wieder ins rechte Licht gerückt. Durch Restaurierung und Freistellung wurde das kleine Gebäude entsprechend seiner besonderen Bedeutung aufgewertet. Die verwilderten Flächen im direkten Umfeld des Häuschens wurden zurückgeschnitten. Nun ist das Gebäude, im Sinne der ursprünglichen, barocken Gestaltungskonzeption, wieder freigestellt.

Das Tabakhäuschen kam übrigens vor langer Zeit zu seinem „Spitznamen“: Vor der Französischen Revolution geflohen, fanden die beiden Grafen Riaucourt Unterschlupf bei ihrer deutschen Verwandtschaft in Herten. Rauchen war zu diesen Zeiten in Frankreich „en vogue“, doch - zum Pech für die Flüchtlinge - in Deutschland verpönt. Da sie ihrem Laster nicht im Schloss selbst frönen durften, zogen sie sich in den kleinen Gartenpavillon zurück. Hier saßen sie rauchend vor dem Kamin und gaben dem Tabakhaus so seinen Namen.
Sicherung Orangeriegebäude und Umfeld
Das Gebäude der ehemaligen Orangerie war nur noch als Ruine vorhanden und befand sich in einem sehr baufälligen Zustand. Ein erstes kurzfristiges Ziel war die Erhaltung und Sicherung des aktuellen Bestandes des denkmalgeschützten Gebäudes. Diese Maßnahmen wurden im Frühjahr 2010 umgesetzt.
Als Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit der Orangerie ist eine Machbarkeitsstudie erstellt worden. Diese beschreibt nicht nur die Möglichkeiten einer Sicherung, sondern auch die eines Wiederaufbaus. Für die Wiederherstellung setzt sich der 2006 gegründete Förderverein Orangerie Herten e.V. ein.
Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Ökologieprogramms Emscher-Lippe-Raum des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordhein-Westfalen und aus Mitteln der Städtebauförderung des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Ihre Ansprechperson:
Ilka Koelsch
Funktion: Umwelt- und Freiraumplanung
Telefon: 0 23 66 / 303 337
E-Mail: i.koelsch@herten.de
Standort: Rathaus
Raum: 345
