Kurt-Schumacher-Straße 56/ Ecke Cirkel
Familie Mendlicki
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Gedenkplattentext:

1933 – 1945

Hier lebte die jüdische
Familie Mendlicki.
Helene und Michael
wurden 1942 in Riga
ermordet.

Die Familie Mendlicki, Michael (geb. 1878), seine Frau Helene (geb. 1882), die Kinder Emma (geb. 1909) und Zwillinge Ruth und Manfred (geb. 1912), zog im Jahre 1913 nach Herten in die Ewaldstraße 25. Hier eröffnete Helene einen Zigarren, Zigaretten-, Tabak- und Zuckerwarenhandel. 1929 zog die Familie in das eigene Haus in die Markstraße 38.

Die Schwestern verließen schon früh den elterlichen Haushalt und arbeiteten als Kindermädchen und Köchin. Manfreds Beruf wird auf der Meldekarte als Schlosser bezeichnet. Zeitzeugen berichten, dass
er seinem Vater bei Botendiensten half und schon in den 30er-Jahren einige Male heftig beschimpft und bespuckt wurde.

Die Familie Mendlicki kann als Beispiel dafür angesehen werden, was jüdischen Menschen in dieser Zeit alles angetan wurde. Ständige Bedrohungen der Familie waren an der Tagesordnung.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüstete die SA die gesamte Wohnung der Mendlickis und Helene wurde (laut Bericht einer Zeitzeugin) nur im Nachthemd bekleidet mit einem diskriminierenden Schild um den Hals durch die Ewaldstraße getrieben.

Das Haus der Familie Mendlicki

Während die Kinder ins Ausland emigrieren konnten, wurden die Eltern in Abwesenheit dazu verpflichtet im Juli 1942 zwangsweise in die Scherlebecker Baracke umzuziehen: Michael saß in Untersuchungshaft im Polizeigefängnis in Recklinghausen, Helene war im Krankenhaus. Die Kosten für den Zwangsumzug mussten sie „selbstverständlich“ selbst tragen.

Im Januar 1942 wurden Michael und Helene Mendlicki nach Riga deportiert und dort zusammen mit 1.200 weiteren Juden erschossen (siehe S. 10 + 11).

(Hans-Heinrich Holland „Geschichte der jüdischen Einwohner“ Seite 47–52)

Fennelhaus um 1940, heute steht dort der Cirkel

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