Unterhaltung städtischer Bäume an Straßen

Baumkontrolle / Baumdiagnose

Zur Ermittlung des notwendigen Pflegebedarfs und zur Feststellung der Verkehrssicherheit ist eine gesicherte Diagnose unabdingbar. Hierzu wird der Baumbestand nach den anerkannten „Baumkontrollrichtlinien“ zustandsabhängig überprüft. Bei dieser visuellen Kontrolle wird der Baumbestand auf Vitalität, Stand- und Bruchsicherheit, Fehlentwicklungen, eventuellen Befall mit Pilzen und anderen Organismen, sowie deren Schädlichkeit für den Baum untersucht. Bei erkennbaren Defektsymptomen oder begründetem Verdacht werden eingehende Untersuchungen durchgeführt. Um diese Untersuchungen möglichst verletzungsfrei durchführen zu können, kommen Spezialgeräte wie das Arbotom (Schalltomograph) oder der Resistograph (Bohrwiderstandsmessgerät) zum Einsatz. In begründeten Fällen werden zusätzlich externe Gutachter zur Unterstützung hinzugezogen.


Baumpflege

Ziel der Baumpflege sind möglichst vitale und gesunde sowie verkehrssichere Bäume. Für die Durchführung ist ein spezielles Fachwissen erforderlich. In bebauten Gebieten und im Straßenbereich sind Bäume besonders gefährdet. Sie weisen häufig eine geringe Vitalität auf, die vielfältige Ursachen haben kann. Möglich sind mechanische Beschädigungen, Bodenverdichtung, Versiegelung, Immissionen, Aufgrabungen und ähnliches. Hier muss geprüft werden, ob durch Baumpflegemaßnahmen Abhilfe geschaffen werden kann.

Zur Baumpflege gehören die Durchführung von Erziehungs- und Aufbauschnitten an Jungbäumen, sowie der Lichtraumprofilschnitt zur Freihaltung der Fahrbahn im Straßenbereich. Bei älteren Bäumen steht das Beseitigen von Totholz (abgestorbenen Äste), die Kronenpflege, Kronenauslichtung und die Beseitigung von Stamm- und Stockaustrieben im Vordergrund. Um Folgeschäden am Baumbestand möglichst gering zu halten, werden die Schnittmaßnahmen während der Vegetationszeit ausgeführt. Schnittwunden können dann besser abgeschottet werden und schneller überwallen. Die Erneuerung von beschädigten Baumpfählen und Bindungen an Jungbäumen sind ebenso auszuführen wie das Bewässern der Neuanpflanzungen.


Baumsicherung

Schwer geschädigte Bäume, die mitunter nur noch eine geringe Lebenserwartung haben, können mit Hilfe eines Kronensicherungsschnitts dennoch erhalten bleiben. Hierbei werden Kronenteile oder die gesamte Krone im Grob- und Starkastbereich eingekürzt.


Baumfällung

Die bei der Baumkontrolle auffälligen und nicht den Ansprüchen der Verkehrssicherheit entsprechenden Bäume müssen gefällt
werden. Diese gefährlichen Arbeiten werden von speziell geschulten Mitarbeitern des Zentralen Betriebshofes ausgeführt. Gefällt wird üblicherweise außerhalb der Vegetationszeit (Herbst/Winter). In speziellen Fällen kann beispielsweise nach Sturm- und Unfallschäden (Gefahr im Verzug) auch eine sofortige Fällung während der vegetationzeit erforderlich sein.


Baumpflanzung

Für die gefällten Straßenbäume wird in der Regel eine Ersatzpflanzung vorgesehen. In besonderen Fällen (Versorgungsleitungen, Verkehrsbehinderung, Umgestaltung) wird die Ersatzpflanzung an einer anderen, geeigneten Stelle durchgeführt. Die Baumart- und Standortwahl wird individuell an die vorhandene Situation angepasst. In der Regel erfolgt die Baumpflanzung in ein spezielles Pflanzsubstrat.


Baumumfeldverbesserung

Diese Maßnahmen richten sich nach der Vitalität und den speziellen Ansprüchen des Baumes sowie der jeweiligen Situation des Baumumfeldes. Situationsabhängig sind die physikalischen, chemischen und/oder die biologischen Eigenschaften zu verbessern. Bei der Entsiegelung werden Geringe luft- oder wasserdurchlässige Beläge und oberflächennahe Schichten im Wurzelbereich so weit wie möglich entfernt. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wachstumsbedingungen sind die Erweiterung des meist stark belasteten bzw. vegetationtechnisch schwierigen Standortes, sowie die Verbesserung der Nährstoffversorgung durch Dünung und die Entfernung von baumfremden Bewuchs.


Kronensicherung

In speziellen Einzelfällen kann es erforderlich sein einzelne Kronenteile oder gesamte Kronen zu sichern. Hierfür werden Bruch- oder Trag-/Haltesicherungen verletzungsfrei in die Baumkrone eingebaut. Die in der Regel aus Schlaufenbändern und dynamischen Holseilen bestehenden Sicherungselemente verhindern ein Ausbrechen und/oder das Herabstürzen von Kronenteilen.


Schäden durch Wurzelwachstum

Die durch Wurzelwachstum in Gehweg- und Fahrbahnbereichen entstandenen Schäden (Verwerfung) werden von Mitarbeitern des Zentralen Betriebshofs beseitigt. Dieses geschieht durch Regulierungsarbeiten der Platten- und Fahrbahnbeläge, beziehungsweise durch Austausch des vorhandenen Belages oder durch Erweiterung des vorhandenen Standortes.
 

Baumkataster

Um alle notwendigen Maßnahmen erfassen, koordinieren und durchgeführte Maßnahmen nachweisen zu können, ist ein Baumkataster erforderlich. Hierzu wird der Baumbestand vor Ort mit einer Nummer gekennzeichnet und anschließend digital erfasst. Bei der Erfassung werden standort-, zustandsbezogene Daten sowie die erforderlichen Maßnahmen erfasst und verwaltet.

Ihre Ansprechperson:

Lars Kuhnt

Telefon: 0 23 66 / 303 107


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