Weniger – die Auswirkungen
Das Schrumpfen der Städte hat vielschichtige Auswirkungen auf das Leben in unserer Stadt. Neben problematischen Entwicklungen gibt es auch positive Ausblicke. So könnten in Herten zukünftig mehr Freiflächen für Freizeit und Erholung entstehen, unattraktiv gewordene Wohnungsbestände könnten zugunsten familienfreundlicher Quartiere rückgebaut werden, das hohe Verkehrsaufkommen könn¬te zurückgehen und somit die Umwelt besser geschont werden. Weniger Kinder können eine optimale Förderung und Ausbildung erhalten. Eine solche Qualität wird sich aber nicht zwangsläufig entwickeln.
Denn Schrumpfung bedeutet für die Stadt zunächst:
- Die Finanzmittel der Kommune gehen zurück, dabei verlangt die Entwicklung Investitionen in Stadtumbau, Wirtschaftsförderung und Bildung
- Weniger Kinder an Schulen und Kindertageseinrichtungen machen den Rückbau notwendig
- Weniger junge Familien bedeuten weniger Unterstützung für die ältere Generation
- Es gibt weniger Familien und mehr Alleinstehende. Die Ein- und Zwei- Personenhaushalte nehmen zu und die Nachfrage am Wohnungsmarkt wird zurück gehen
Frühförderung und Schule
Der Bedarf an Kindergärten wird im Kreis Recklinghausen zwischen 2002 und 2020 um 28% sinken.

- Quelle: Kindergartenentwicklungsplan KEPL (Ergänzung 2005) Stadt Herten
Der Rückgang der Schülerzahlen betrifft zunächst vor allem die Grundschulen. Dort wird ein durchschnittlicher Rückgang pro Schuljahr um 4,3 % prognostiziert. Im Vergleich der Schuljahre 2005/2006 und 2011/2012 beträgt der erwartete Rückgang 23,4%.
Außer bei der Gesamtschule ist bei allen Schulformen ein Rückgang der Schülerinnen und Schüler zu verzeichnen. Durch die hohen Anforderungen die das moderne Berufsleben an unsere Kinder stellt, muss die individuelle Förderung in Kindertageseinrichtungen und der Schule verstärkt werden. Das Motto lautet: „Weniger, dafür Besser“.

- Quelle: Schulentwicklungsplan SEPL (Ergänzung 2006) Stadt Herten
Wohnraumbedarf
Die Altersstruktur der Bevölkerung hat Auswirkungen auf die Haushaltsgröße. Je höher der Altersdurchschnitt, desto größer die Zahl der kleinen Haushalte. Durch den Rückgang der mittleren Altersgruppe – Familien und 30 - 40-Jährige – werden die Älteren und die Singles den Wohnungsmarkt der Zukunft prägen.
Angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen kann es zu Wohnungsleerständen kommen, vor allem bei älteren Wohnungen, die nicht mehr zeitgemäß zugeschnitten oder ausgestattet sind. Die Schaffung von familienfreundlichem Wohnraum ist wichtig, um neue Familien zu gewinnen und die Fortzüge zu mindern.
Einer Umfrage zufolge möchten die meisten Menschen auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Das erfordert den Ausbau der ambulanten Pflegeangebote. Außerdem brauchen wir aber auch die Unterstützung durch Familien, soziale Einrichtungen und Nachbarschaftsnetzwerke, um die Hochbetagten ausreichend zu betreuen.
Die wichtigsten wohnungswirtschaftlich relevanten Zielgruppen in Herten

- Quelle: Mikrozensums, eigene Berechnungen
Arbeitswelt
In der modernen Wirtschaft steigt die Nachfrage nach gut qualifizierten Arbeitskräften, während junge Menschen ohne höheren Schulabschluss immer weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben werden. Es ist also eine zentrale Bildungsaufgabe, die kleiner werdende Gruppe der Jüngeren, möglichst gut zu fördern und zu qualifizieren.
Die Zahl der Erwerbsfähigen sinkt kontinuierlich, die Abwanderung junger Menschen verstärkt den Fachkräftemangel in unserer Region. Die Betriebe müssen sich auf alternde Belegschaften einstellen und gleichzeitig den Nachwuchs fördern.
Ihre Ansprechperson:
Susanne Barth
Funktion: Demografische Entwicklung
Telefon: 0 23 66 / 303 511
E-Mail: S.Barth@herten.de
Standort: Zeche Schlägel & Eisen
Ort: Herten
