Zeche Scherlebeck - Historische Daten
1898 Der erste Spatenstich zum Schacht V der Zeche Schlägel & Eisen wurde am 01. August 1898 getätigt.
1899 Die Teufarbeiten* zum Schacht VI begannen am 16. Januar 1899.
1903 Für die Bewohner der Kolonie Gertrudenau wurden zwei Kleinkinderbewahrschulen eingerichtet. An die Mitglieder des Konsumvereins wurden 9% Dividende ausgeteilt.
Der südliche Hauptquerschlag auf der 472 m Sohle wurde um 217 m angefahren.
Die selbständige evgl. Kirchengemeinde Scherlebeck wurde errichtet, diese umfasste die Ortschaften Disteln, Backum, Scherlebeck und Langenbochum.
1904 Die gewonnenen Kohlen werden durch die beiden Fördermaschinen des Schachtes V und die Reservefördereinrichtung des Schachtes VI zu Tage gefördert.
1907 Im Kohlenbergbau war ein Höhepunkt zu erkennen, die Nachfrage nach Brennstoffen war kaum zu befriedigen. Es herrscht großer Arbeitermangel.
1908 Jahr des geschäftlichen Niederganges. In den ersten 10 Jahren der Musteranlage V/VI hatte sich dank der regen Bautätigkeit der Bauabteilung und der vortrefflichen Einrichtungen ein neuer, besonders leistungsfähiger Beamten- und Arbeiterstamm angesiedelt.
1914 Am 1. August 1914 begann der erste Weltkrieg.
1920 Der Spartakistenaufstand hat große Unruhen auch im Ruhrgebiet zur Folge, von denen Scherlebeck jedoch weitestgehend verschont geblieben ist.
1923 Die Gesamtwettermenge betrug 4.782 m3/Min.
1924 Die südliche Hauptförderung wurde von der II. zur III. Sohle verlegt und die nördliche Hauptförderung zu einer Koepeförderung** umgebaut; mit dieser wurde dann die Förderung von der IV. Sohle aufgenommen. Vom 06. Mai bis Anfang Juni wurde gestreikt.
1928 Das Jahr 1928 stand ganz im Zeichen der Weltkohlekrise. Auf Schlägel & Eisen ist die Außerbetriebsetzung der Anlage V/VI vorgesehen.
1929 Am 01. April erfolgte die planmäßige Stillegung der Schachtanlage V/VI.
1931 Auf Schacht V/VI wurde am 01.10. Die Seilfahrt gestundet.
1933 Auf der Anlage V/VI wurde eine Vorlehre für 30 Jungen eingerichtet und das alte Magazingebäude zu einer Turnhalle umgebaut.
1987 Die Zechengebäude der Anlage V/VI werden unter Denkmalschutz gestellt.
1991 Es werden Landesmittel für den Erwerb und Umbau der Zechengebäude bewilligt.
1993-1996 Ausbau der ehemaligen Bergberufsschule zu einem vier Gruppen-Kindergarten und zu einer Altentagesstätte (Träger AWO).
1998 Beginn des Ausbaus der Maschinenhalle und des Werkstattgebäudes zu einem Soziokulturellem Zentrum (Stadtteiltreff, Vereinsnutzungen, Vermietung, Betrieb eines kleinen Bergbaumuseums durch den Förderverein Maschinenhaus Scherlebeck Schacht 5 e.V.)
1999 Einzug der FAA Gesellschaft für berufliche Bildung Gelsenkirchen MbH mit den Bereichen Haushaltswirtschaft und Floristik in das ehemalige Werkstattgebäude.
2001 Offizielle Eröffnung der Zeche Scherlebeck ( ehem. Schlägel & Eisen Schacht V/VI)
2005 Die FAA zieht sich aus der Zeche Scherlebeck zurück. Die rebeq -
Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft im Kreis Recklinghausen
mbH - zieht in das ehemalige Werkstattgebäude ein.
* die Teufe =Bergmannssprache für die Tiefe
** Fördermethode mit einer angetriebenen Scheibe, die nur durch die Seilreibung die Förderseile bewegt. Erfindung durch Friedrich Koepe 1877.
