BIX 2011: Stadtbibliothek Herten diesmal bundesweit Spitzenreiter!

Zum zwölften Mal gibt es den Bibliotheksvergleich (BIX), erstmals hat es die Stadtbibliothek Herten auch bundesweit auf den 1. Platz geschafft. Bei den Städten von 50.000 bis 100.000 Einwohnern überholte sie die Konkurrenz und sorgte damit nicht nur bei Bürgermeister Dr. Uli Paetzel für Jubel.
„Die Hertener Bibliothek war ja bereits in den Vorjahren kontinuierlich auf den vorderen Rängen vertreten“, sagt Uli Paetzel stolz, „doch so ein erster Platz ist natürlich etwas ganz Besonderes und muss gebührend gefeiert werden“. Denn dieser Erfolg kam nicht von selbst: Trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt wurde vor Kurzem das Verbuchungssystem modernisiert. Mit Hilfe von Fördermitteln wurde die Ausleihe auf die kundenfreundlichere Selbstverbuchung umgestellt. Durch diese neue Technik können Kunden nun Medien eigenständig entleihen und auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückgeben. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibt so mehr Zeit für Kundenberatung und -betreuung. „Damit ist unsere Stadtbibliothek zukunftsfähig und kann sich mit voller Kraft den Herausforderungen der kommenden Jahre stellen“, so Cornelia Berg weiter.
Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal der Hertener Stadtbibliothek ist das vielfältige, ständig aktualisierte Medienangebot. „Neben der Stadt selbst, die auch in finanziell schwierigen Zeiten Mittel für Neuanschaffungen bereitstellt, sind es insbesondere der Förderverein und treue Sponsoren, die uns Jahr für Jahr solch hohe Standards ermöglichen“, erklärt Cornelia Berg. „Und nicht zuletzt liegt der mehr als ein Jahrzehnt andauernde bundesweite Erfolg der Stadtbibliothek in einem hochmotivierten Team begründet, das mit viel Herzblut arbeitet und dabei auch mal die Grenzen der Belastbarkeit überschreitet“, so die Bibliotheksleiterin.
Die Leistungen der am BIX teilnehmenden Bibliotheken werden jährlich in den Kategorien Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit, Auftragserfüllung und Entwicklung gemessen. Insgesamt nahmen bundesweit 236 Bibliotheken an dem freiwilligen Bibliotheksvergleich teil, davon 162 öffentliche und 74 wissenschaftliche Bibliotheken. Durchgeführt wird der Vergleich bereits seit zwölf Jahren: Initiiert von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv), heute unterstützt von der Hochschule der Medien Stuttgart, infas Institut für Sozialforschung und der Zeitschrift B.I.T.-Online. Alle Teilnehmer und Ergebnisse des BIX 2011 unter www.bix-bibliotheksindex.de
Die Hertener Ergebnisse im Einzelnen:
Kundenorientierung: Rang 1 (2010: Rang 5)
Die Kundenorientierung schlägt sich in Herten vor allem in der hohen Umschlagsquote und in der Zahl der Entleihungen pro Einwohner nieder. Sie zeigt, wie gut das Angebot der Hertener Stadtbibliothek angenommen wird:
Mit einer Umschlagsquote von 6,9 liegt Herten an der Spitze der 39 Bibliotheken der Vergleichsgruppe: Jedes Medium wurde durchschnittlich fast 7-mal pro Jahr entliehen. Der Mittelwert liegt hier bei 4,8, das Minimum bei 1,8.
Durchschnittlich hat jeder Einwohner jährlich 12 Medien ausgeliehen (Minimum: 3,0; Maximum:12,8; Mittelwert: 7,2 Medien).
Die virtuellen Bibliotheksangebote werden auch außerhalb der Öffnungszeiten gut genutzt (Online-Recherche; Online-Verlängerung, e-Ausleihe, Digitale Bibliothek etc): Jede Hertenerin/jeder Hertener nutzte die virtuellen Möglichkeiten der Bibliothek durchschnittlich 3,5-mal (Minimum: 0,2: Maximum: 4,2; Mittelwert: 1,2.).
Wirtschaftlichkeit: Rang 19 (2010: Rang 21)
(Diese Kategorie konkurriert mit der Kategorie „Kundenorientierung“ – und ist trotzdem untrennbar mit ihr verbunden.)
Die verhältnismäßig hohe Zahl der Mitarbeiterstunden je Öffnungsstunde (18, 8) ist notwendig, um die vielen Besucherinnen und Besucher - durchschnittlich fast 104 Besuche pro Öffnungsstunde - kundenfreundlich bedienen zu können neben allen weiteren Leistungen, die die Bibliothek erbringt. Bildungsunterstützende Angebote wie Leseförderung, Bereitstellung und Ausleihe von Medienkisten, Klassensätzen sowie Führungen für Kindergärten und Schulen erfordern einen erheblichen Personalaufwand.
(In den Bibliotheken der Vergleichsgruppe:
a) Mitarbeiterstunden: Minimum: 7,3; Maximum: 19,1; Mittelwert: 11,6.
b) Besuche je Öffnungsstunde: Minimum: 38,6; Maximum: 106,6; Mittelwert: 69,1).
Durch die starke Nutzung des Buch- und Medienangebotes erzielt die Bibliothek ein günstiges Kosten/Nutzen-Verhältnis: Mit einem durchschnittlichen Aufwand an Medienetat von weniger als 20 Cent pro Ausleihe arbeitet die Hertener Bibliothek äußerst wirtschaftlich. Das Minimum liegt hier bei 14 Cent; das Maximum bei 78 Cent, der Mittelwert bei 29 Cent.
Auftragserfüllung: Rang 10 (2010: Rang 10)
Die empfohlenen zwei Medien pro Einwohner werden in Herten durchaus unterschritten. Mit 1,7 Medien pro Einwohner bewegt sich die Bibliothek über dem bundesweiten Mittelwert von 1,5 Medien, aber unter dem Maximum von 2,5 Medien pro Einwohner.
Doch die Menge allein macht es nicht, denn weniger ist hier mehr: Mit einer Erneuerungsquote von fast 15 % (vgl. Kategorie „Entwicklung“) wird der Bestand ständig rundum erneuert, sodass den Bibliothekskunden immer ein topaktuelles Medienangebot zur Verfügung steht. Und die Kunden wissen es zu schätzen, indem sie zu den Öffnungsstunden in die Bibliothek strömen und jedes Medium durchschnittlich fast 7-mal pro Jahr entleihen (vgl. Kategorie „Kundenorientierung“). Zusätzlich ist die Stadtbibliothek mit ständig weiterentwickelten Internet-Services wie Online-Katalog oder e-Ausleihe absolut auf der „Höhe der Zeit“.
Entwicklung: Rang 4 (2010: Rang 13)
Hier werden die Investitionen gemessen, die eine Bibliothek zukunftsfähig machen. Die für die Einführung der Selbstverbuchung verausgabten finanziellen Mittel schlagen positiv zu Buche: Die Stadt investiert in ihre Bibliothek, um sie fit für die Zukunft zu machen – eine gute Investition!
Bedingt durch den logistischen Kraftakt im Rahmen der Umstellung des Bibliotheksbetriebs auf Selbstverbuchung, der vom gesamten Team bewältigt wurde (und noch wird!) konnten Fortbildungsangebote im vergangenen Jahr nur in geringerem Umfang genutzt werden.
Die jährliche Erneuerungsquote von fast 15% ist ebenfalls überdurchschnittlich und ermöglicht eine ständige Aktualisierung des Bestandes. (Minimum: 3,7; Maximum 22,5; Mittelwert: 11,1).
Ermöglicht wird dieses nicht zuletzt durch Sponsorenmittel sowie die tatkräftige Unterstützung der hoch engagierten Mitglieder des Fördervereins der Stadtbibliothek.
Fazit
Das Erfolgsrezept für den Spitzenplatz:
- ein gutes Konzept
- ein attraktives einladendes Haus
- ein topaktuelles Angebot
- ein kundenfreundlicher Service
- Unterstützung durch Politik und Verwaltungein
- kreatives, hochmotiviertes Team (das nicht selten die Grenzen der Belastbarkeit überschreitet…)
- ein äußerst engagierter Förderverein, der die Bibliothek tatkräftig unterstützt
- Sponsoren
- und last but not least die zahlreichen Kundinnen und Kunden der Bibliothek
Trotzdem: Die Messlatte wird jedes Jahr neu angelegt, und es wird neu bewertet. Nach dem BiX ist vor dem BiX! Daher wird die Stadtbibliothek Herten sich auch 2012 wieder dem freiwilligen bundesweiten Bibliotheksvergleich stellen. Es bleibt also spannend!
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