Tipps aus unserer Bibliothek

Elternbibliothek im Pflegekinderdienst: Ausleihen nach Vereinbarung möglich.

Im Hertener Pflegekinderdienst steht eine gut ausgestattete Infothek/Bibliothek für Pflege- und Adoptivfamilien zur Verfügung. Zahlreiche Bücher bieten insbesondere in der Phase der Entscheidungsfindung zum Leben mit einem Pflegekind die Möglichkeit zur Orientierung. 
An dieser Stelle informieren wir über Neuanschaffungen für unsere Elternbibliothek. Die Ausleihe ist nach telefonischer Terminabsprache möglich.

"Pflegekinder und ihre Entwicklungschancen nach frühen traumatischen Erfahrungen" von Monika Nienstedt & Arnim Westermann

Mit dem Titel "Pflegekinder und ihre Entwicklungschancen nach frühen traumatischen Erfahrungen" veröffentlichen Monika Nienstedt und Arnim Westermann ihr zuerst im Jahr 1989 erschienenes Standardwerk "Pflegekinder-Psychologische Beiträge zur Sozialisation von Kindern in Ersatzfamilien" in einer völlig überarbeiteten Neuauflage.

Aus der Verlagsankündigung:

Maßstab aller Handlungen sollte das Wohl des Kindes sein. Das Buch zeigt, dass die Trennung von den leiblichen Eltern und die Integration in eine Pflege- oder Adoptivfamilie häufig ein Erfolg versprechender Weg ist, misshandelten, vernachlässigten und traumatisierten Kindern wirksam zu helfen. Das Buch wendet sich an Kinder- und Jugendlichentherapeuten, Pflege- und Adoptiveltern, Sozialarbeiter, Heimerzieher, Psychologen und Therapeuten, Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte, Richter, Journalisten, Politiker.Wer auch immer vom Tod eines misshandelten, vernachlässigten, traumatisierten Kindes hört, fragt sich: Wie konnte dies geschehen? Wer spürt keine Hilflosigkeit, keine Trauer, kein Mitleid, keine Wut? Gerade dann, wenn es sich um die Eltern handelt, die den Tod ihres Kindes verschuldet haben.

Seit 30 Jahren befassen sich die Autoren mit Kindern, die aufgrund eingeschränkter Erziehungsfähigkeit ihrer leiblichen Eltern von ihnen getrennt und auf Dauer in einer Pflege- oder Adoptivfamilie leben. Erst die Trennung von den leiblichen Eltern, oft auch die Freigabe zur Adoption, und die Integration in eine Ersatzfamilie bietet vielen Kindern die Chance, traumatische Erfahrungen bewältigen zu können. Nutzt ein Kind die Beziehungen zu den »neuen« Eltern als Übertragungsbeziehung wie in einer therapeutischen Beziehung, so können frühere Erfahrungen korrigiert und befriedigende Eltern-Kind-Beziehungen entwickelt werden.

- Viele Fallbeispiele- Wie findet man einen Zugang zur inneren Welt des Kindes? Wie kann man sich seinem Erleben öffnen?

- Ausführliche Darstellung der Wirkungen früher Misshandlungen; wie werden sie verarbeitet?- Prozesse, wie Kinder sich in Ersatzfamilien integrieren.

- Spezielle Probleme wie: Besuchskontakte zu den leiblichen Eltern oder die Geschwistervermittlung.

Mit einem Vorwort von Arno Gruen.

Verlag: Klett-Cotta
Stuttgart, 2007, 400 Seiten
ISBN: 978-3-608-96007-5
Preis: 32 Euro

"Aufwachsen in Pflegefamilie oder Heim" von Katja Nowacki

Eine zweite Neuerscheinung gibt es mit der Studie "Aufwachsen in Pflegefamilie oder Heim", von Katja Nowacki.
Katja Nowacki, als Mitautorin der Hertener Studie zur Qualitätsentwicklung "15 Jahre Vermittlung von Pflegekindern durch den Pflegekinderdienst der Stadt Herten", gemeinsam mit Heinzjürgen Ertmer und dem Hertener Pflegekinderdienst im April 2002 für diese Studie mit dem Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes ausgezeichnet, hat ihre Forschungsarbeit fortgesetzt und kann die Ergebnisse nun in Buchform präsentieren.

Aus der Verlagsmitteilung:

Was benötigen Kinder für eine gesunde Entwicklung? Die Bindungstheorie gibt deutliche Hinweise, dass verlässliche und liebevolle Bezugspersonen für das Wohlergehen unerlässlich sind. Was aber, wenn die leiblichen Eltern, die diese Rolle normalerweise übernehmen, dieses Grundbedürfnis nicht befriedigen können? Dann ist die Hilfe anderer Erwachsener gefragt, die im extremen Fall die Aufgaben der Eltern vollständig übernehmen.

Dies kann in Form der Unterbringung in einer Pflegefamilie oder einer Heimeinrichtung erfolgen. Welche Auswirkungen haben aber nun diese verschiedenen Unterbringungen besonders auf die Bindungsrepräsentation, die psychische Befindlichkeit und die Persönlichkeit im jungen Erwachsenenalter? Diesen Fragen geht die Verfasserin aus einer neuartigen Perspektive nach.

49 junge Menschen, die in Pflegefamilien oder Heimeinrichtungen aufgewachsen sind, erzählen in Interviews von ihren Kindheitserfahrungen und ihrer aktuellen Situation. Die Interviews werden unter bindungs- und integrationstheoretischen Gesichtspunkten ausgewertet. Die Berichte der Pflegekinder werden mit denen von 20 jungen Menschen verglichen, die in ihrer Herkunftsfamilie aufgewachsen sind.

Ausgewählte Interviews mit Pflegeeltern ergänzen die Erfahrungsberichte. Im Ergebnis zeigt sich eine günstigere Entwicklung der ehemaligen Pflegekinder im Vergleich zu den ehemaligen Heimkindern, sowohl bezüglich ihrer Bindungsrepräsentation als auch ihrer psychischen Befindlichkeit. Außerdem wird deutlich, dass das Verhalten der Pflegeeltern die Integration auch älterer traumatisierter Kinder in die neue Familie deutlich fördern kann.
Verlag Dr. Kovac
Studien zur Kindheits- und Jugendforschung, Bd. 48
Hamburg, Juni 2007, 338 Seiten,
ISBN: 978-3-8300-2971-7
Preis: 48 Euro

"Verbleib oder Rückkehr?! -Perspektiven für Pflegekinder aus psychologischer und rechtlicher Sicht" Hrsg. Stiftung zum Wohl des Pflegekindes

Und schließlich finden sich im  4. Jahrbuch der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes, das jetzt zu dem Thema "Verbleib oder Rückkehr?! -Perspektiven für Pflegekinder aus psychologischer und rechtlicher Sicht" erschienen ist, nicht nur die auf dem 17. Tag des Kindeswohls gehaltenen Vorträge, sondern auch eine umfangreiche Sammlung aktueller Gerichtsbeschlüsse zu diesem Problem- und Konfliktfeld der Pflegekinderdienstarbeit.

Aus der Verlagsmitteilung::

"Rückkehr oder Verbleib" eines Pflegekindes wurde 1991 nach langer Diskussion unter breiter Beteiligung der Fachöffentlichkeit im Sozialgesetzbuch VIII (KJHG) neu geregelt. § 37 sieht die Rückkehr eines Pflegekindes in seine leibliche Familie immer dann - und nur dann - vor, wenn "durch Beratung und Unterstützung (...) die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie innerhalb eines im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen vertretbaren Zeitraums so weit verbessert werden (können), dass sie das Kind oder den Jugendlichen wieder selbst erziehen kann."

Die im Gesetz vorgesehene, gut ausbalancierte Abwägung mit vorrangiger Beachtung der Perspektive des Kindes stößt in der Praxis auf Schwierigkeiten. Verlässliche Daten über geglückte oder misslungene Rückführungen und ihre Rahmenbedingungen sind (noch) nicht verfügbar. Es fehlt an fachöffentlicher Information und Diskussion, die zu einer verlässlichen, erfahrungsgestützten Orientierung führen können.

Die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes möchte mit dieser Veröffentlichung Impulse setzen, dass diese Diskussion in Gang kommt.
Mit Beiträgen von Heinzjürgen Ertmer, Christoph Malter/Birgit Nabert, Claudia Marquardt, Helga Mikuszeit, Ludwig Salgo, Roland Schleiffer, Arnim Westermann, Ricarda Wilhelm.

Schulz-Kirchner Verlag
Idstein 2007, 188 Seiten
ISBN / Artikel: 978-3-8248-0525-9
Preis: 16.95 Euro


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