Elternschaft lernen
Das Kinder- und Jugendhilfegesetzt besagt, dass jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat.
Durch die Recherche zu Projekten, die das Thema „Elternschaft lernen“ zum Inhalt haben, sowie durch die Zunahme von Teenagerschwangerschaften, entstanden bei der Abteilung Jugendförderung im Fachbereich Familie, Jugend und Soziales Überlegungen, Projekte mit diesen Themenschwerpunkten in Kooperation mit weiterführenden Schulen in Herten zu initiieren.
Neben den weiterführenden Schulen kamen als Kooperationspartner Pro Familia, das Haus der Kulturen in Herten, die Aidsberatung des Kreises Recklinghausen, die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle in Herten, sowie der Bereich Hilfen zur Erziehung der Stadt Herten dazu.
Zielgruppe:
Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15-18 Jahren.
Ziele:
- Präventive Auseinandersetzung und Vorbereitung mit dem Thema Lebensplanung, Partnerschaft, Familie und Elternschaft.
- Frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema verantwortungsvolle Elternschaft und Erziehung.
- Prävention ungewollter Schwangerschaft.
- Verschaffen eines realistischen Eindrucks über die Kompetenzen, die für eine Elternschaft notwendig sind.
- Förderung einer realistischen Sichtweise auf familiäres Zusammenleben.
- Öffnung von Perspektiven für andere Lebensformen, da alle Lebensformen bewusst gestaltet werden müssen, insbesondere durch gewaltfreie Konfliktlösungen.
- Prävention von gewalttätigem Handeln in der Familie, sprich die Durchbrechung des „Teufelskreises“ von Überforderung in der Erziehung.
- Steigerung von Lebenszufriedenheit.
Konzeption:
Mädchen und Frauen, sowie Jungen und Männern stehen mehrere Varianten für die Gestaltung ihres Partnerschafts- und Familienlebens zur Verfügung. Durch die vielen verschiedenen Lebensformen und deren Gestaltungsmöglichkeiten ist die Lebensumsetzung schwieriger geworden. Sich in der gegebenen Vielfalt für „das Richtige“ zu entscheiden, stellt somit hohe Anforderungen an Lebens- und Entscheidungskompetenzen. Da es verschiedene Modelle der Lebensform gibt, ist es notwendig diese kennen zu lernen, um zu entscheiden, welches für das Individuum am attraktivsten ist. Zudem wird ein hohes Maß an Sensibilität benötigt, um die eigenen Bedürfnisse und Interessen zu erkennen. Des weiteren brauchen Jugendliche ein positives Selbstvertrauen, das ihnen innere Sicherheit gibt, den eigenen Lebensweg gestalten zu können und mit Frustration umzugehen.
Leider gibt es auch Jugendliche, die ein deutlich geringeres Selbstvertrauen haben und denen ein positives Vorbild fehlt. Ihre Möglichkeiten werden zudem noch durch ein geringes Bildungsniveau gemindert. Unsichere Rahmenbedingungen zu Hause, wie beispielsweise die Trennung der Eltern, neue Partner oder die dauerhafte Arbeitslosigkeit können die Chancen für eine gelungene Selbstentfaltung verringern. Die Jugendlichen finden somit innerhalb der Familie unbefriedigende Modelle der Lebensgestaltung vor und leben in einem Klima, das ihnen selten die notwendige emotionale Unterstützung bieten kann.
Die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Partnerschaft, Elternschaft und den Kompetenzen, die für diese Aufgaben nötig sind, ermöglicht einen realistischeren Eindruck davon, wie es wäre, wenn man früher oder später Mutter oder Vater wird. Somit würde zumindest die Gefahr gesenkt werden, halbwegs unbewusst in eine biographische Situation hineinzugeraten, die einen auf Dauer überfordern und frustrieren kann. Mütter oder Väter in ständiger Überforderung neigen im schlimmsten Fall zu aggressivem oder gewalttätigem Verhalten gegenüber ihren Kindern, oder auch zu anderem destruktiven Problemverhalten.
Das Projekt Elternschaft lernen gibt jungen Menschen die Möglichkeit, sich außerhalb des Elternhauses mit ihrer persönlichen Lebensplanung, ihren Vorstellungen von Sexualität, Partnerschaft und der Möglichkeit Eltern zu werden, auseinander zu setzten.
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